Bulle (deutsch Boll), Hauptstadt des Bezirks Glane im schweiz. Kanton Freiburg, 760 meüber dem Meere, 22 km südsüdwestlich von Freiburg in fruchtbarer Ebene am Rande des Greyerzerlandes elegen, besitzt ein altes Schloß (jetzt Präfektur), ein tattliches Rathaus, eine hübsche Kirche, ein Kapuzinerkloster, ein Spital, eine Sekundärschule und wei Tabaksfabriken und n (1880) 2454 meist lath. E. Nach dem großen Brande vom 2. April 1805⁵5, der dund w mit Ausnahme des des Klosters und weniger Wohnhäuser verzehrte, ist die Stadt nach zweckmäßigem Plane mit breiten, eraden Straßen wieder aufgebaut worden. Als Stapelplaz für den Käse⸗ und Viehhandel des Greyerzerlandes und die Strohflechterei des Glanebezirks ist B. ein sehr lebhafter Handelsplatz mit zwei Banken und sechs Viehmärkten. Mit Freibur und dem bernischen Saanenlande (s. d.) ist es dur Poststraßen verbunden; nach O. führt die 1881 vollendete prächtige Bergstraße durch das Jaunthal und über den Bruchberg 1506 m in das bernische Simmenthal, nach W. die 19 km lange, schmalspurige Bahn B.⸗Romont zum Anschluß an die Linie Bern-Lausanne. Südlich von B. erhebt sich der 2007 m hohe Moléson, der schönste Aussichtspunkt der Greyerzerberge, welcher von B. aus in etwa fünf Stunden erstiegen wird. B. war im Mittelalter eine Besitzung des Stifts Lausanne und wurde erst 1536 bei der Eroberung der Waadt durch die Berner von Freiburg an sich gezogen.