Bullin lutides ou Zwinglis Freund und Nachfolger als Antistes zu Zürich, geb. zu Bremgarten im Aargau 18. Juli 1504, besu te die Schule zu Emmerich, studierte zu Köln und wurde hierauf Lehrer im Kloster Kappel. Nachdem er Luthers Schriften kennen gelernt und 1527 auch Zwinglis dem Rleli⸗ gehört hatte, wohnte er mit letzterm 1528 dem Religionsgespräche zu Bern bei, welches die Reformation dieses Kantons zur Folge hatte. Durch eine kräftige Predigt zu Bremgarten am Pfingstsonntage 1529 veranlaßte B. die gesamte Gemeinde, sich der Reformation anzuschließen, und wurde der erste evang. Prediger derselben; doch schon w1531 nach dem unglücklichen Ausgang der Schlacht bei Kappel ward er durch die kath. Partei des Kantons zur Flucht genötigt. Er wandte sich nach Zürich, wo ihn 1532 der Große Rat zum Pfarrer am Münster wählte. Seitdem war B. das anerkannte Haupt der deutsch-reform. Kirche und hat dieselbe mit großer Mäßigung und Besonnenheit geleitet. Er verfeso die erste Helvetische oder zweite Baseler Konession (1536), verständigte sich mit Calvin 1549 über die Annahme des züricher Konsensus, wodurch eine Vereinigung der franz.⸗ und der deutsch-reform. Schweizer Kirche herbeigeführt ward, und gab 1566 in der zweiten Helvetischen Konfession ein Bekenntnis, das fast allgemeine Anerkennung fand. B. starb 17. Sept. 1575. Neben zahlreichen eigenen Schriften gab er 1543 Zwinglis Schriften heraus. Handschriftlich hinterließ er unter anderm die 2 be der Eidgenossen, besonders der Tigurinero (4 Bde.) und die und. Bögell. 3 Wde. (herausg. von Hottinger und Vögeli, 3 Bde., Zür. 1838 —40). Seine Reiseinstruktion und Briefe an seinen Sohn Heinrichv, als dieser 1553 auf Reisen ging, gab Franz (Bern 1828) heraus. Auch schrieb B. ein Drama «Lueretiao (Bas. 1533) mit polit. Tendenz. Vgl. Heß, Leben B.sv (Zür. 1828); Franz, Merkwürdige Züge aus dem Leben B.sv (Bern 1828); Christoffel, „Heinrich B. und seine Gattinv (Zür. 1875).