FeedBredow (Gabriel Gottfr.)
ReligionBrockhaus 1882

Bredow (Gabriel Gottfr.), deutscher Geschichtschreiber, geb. 14. Dez. 1773 zu Berlin, besuchte das Joachimsthalsche Gymnasium und ging nach Halle, um Theologie zu sudieren, vertauschte aber sehr bald dieses Studium mit dem der Altertumswissenschaften. Er ward 1794 Mitglied des Pädagogischen Seminars und 1796 Lehrer an der Gelehrten Stadtschule in Eutin, wo er das «Handbuch der alten Geschichte, Geographie und Chronologie (Altona 1803; 6., von Kunisch verbesserte Aufl. 1837) und die Untersuchungen über einzelne Gegenstände der alten Geschichte, Geographie und Chronologiev 2 Abtl., Altona 1800—2) verfaßte. Im J. 1802 wurde er Rektor der Schule in Eutin und 1804 Professor der Geschichte in Helmstedt. Hier gab er eine (Chronik des 19. Jahrh.» (5 Bde., Altona 1808— 11) heraus, deren Fortsetzung er an Venturini überließ. Seine Studien über die alte Geographie führten ihn im Febr. 1807 nach Paris, wo er bis zum Herbst blieb und eine reiche Ausbeute machte. Nach seiner Rückkehr verwickelten ihn seine nchen Jugend und sein Eifer, womit er in der deutschen Jugend den vaterländischen Sinn anzuregen suchte, in Untersuchungen und Unannehmlichkeiten. Gern folgte er daher 1809 einem Rufe an die Universität zu Frankfurt a. O., mit der er 1811 nach Breslau übersiedelte, wo er 5. Sept. 1814 starb. Am meisten verbreitet sind seine Schulbücher: »Merkwürdige Begebenheiten aus der allgemeinen Weltgeschichter (Altona 1810; 36. Aufl. 1876) und Kechrbuch der Weltgeschichte oder umständliche Erzählung der merkwürdigsten Begebenheiten aus der allgemeinen Weltgeschichtes (Altona 1810; 15. Aufl. 1866). Vgl. Kunisch, 4B.s Leben und Schriftenv Berl. 1816). Bree (Matthias Ignazius van), niederländ. Maler, geb. 22. Febr. 1773 zu Antwerpen, wurde teils hier, teils unter Vincent in Paris gebildet. Seine ersten Gemälde waren Catos Tod (1798), Die Ziehung des Loses unter den dem Minotaurus nach Kart jungen Athenerinnen, Der Abschied des nach Karthago zurückkehrenden Regulus, Die Taufe des heil. Augustin, Der Fischzug der Apostel, Der Herzog von Braunschweig auf dem Totenbette und Der Einzug des Ersten Konsuls und seiner Gemahlin in Antwerpen. Später (1816) malte B. den leidener Bürgermeister van der F¹ der 1576 bei der Hungersnot dem murrenden Volke zurief: «Nehmt meinen Leichnam und teilt —5 dareinlo ein großes Bild, jetzt im Stadthause zu Leiden, das durch die effektvolle Gruppierung und das lebhafte Kolorit in Rubens' Manier ihm großen Beifall erwarb. Auch in der mhnlche r und in der Bildhauerkunst hat B. rühmliche Proben seines Talents gegeben. Namentlich lieferte er w1820 ein großes Zeichenbuch in lithographierten Blättern. B. starb 15. Dez. 1839 als Direktor der Akademie der schönen Künste zu Antwerpen. — Sein Bruder und Schüler, Philipp Jakob van B., ebenfalls Historienmaler, geb. zu Antwerpen 6. Jan. 1786, ging frühzeitig nach Paris und dann nach Rom, von wo er 1818 nach Paris zurückkehrte. Seine vorzüglichsten Gemälde sind: Die orient. Reisenden (1811), Die span. Nonne, Die von Pater Aubry gefundene Atala, nach Chäteaubriand (1812), Die Königin Blanca mit ihrem Kinde, dem Mreich; en Könige Ludwig dem AemEor von Frankreich; Maria von Medici mit ihrem Sohne Ludwig XIII. vor Rubens (1817), Maria Stuart in der Todesstunde, Der an der Quelle bei Vaueluse von Laura überraschte Petrarca, Die Abdankung Kaiser Karls V., Der Aufgang der Sonne auf Nowaja-Semlja (1828). Später ging B. nach Brüssel, wo er aber mehr als Mitkonservator des königl. Museums denn als Maler thätig war und 16. Febr. 1871 starb. 9 .— oder Brege, Quellfluß der Donau Bregaglia, der ital. Name für das Bergell (s. d.). Bregenz, Hauptstadt des österr. Landes Vorarlberg, an der Vorarlberger Eisenbahn, breitet sich am Bodensee und am Fuße des 595 m hohen Gebhardsbergs aus, auf welchem das altertümliche, in Trümmern liegende Bergschloß Hohenbregenz emporsteigt, und von wo aus man eine reizende Aussicht über den See und dessen schöne weinbekränzte Umgebung genießt. B. ist der Sitz einer Bezirkshauptmannschaft, eines Bezirksgerichts, eines Hauptzoll⸗, Post⸗ und Telegraphen⸗, Forst⸗ und Steueramts und zählt (1880) 4736 C., welche sich mit Acker- und Obstbau, mit Viehzucht, Baumwollspinnerei, Weberei, Wachsbleicherei und Verfertigung von Gold⸗, Holz⸗ und Eisenwaren beschäftigen, eine Seidenfoulardfahrit unterhalten und einen bedeutenden Handel mit Getreide, Nutzvieh, Fettwaren, Holz und Holzwaren sowie Alpenprodukten treiben. Die Stadt teilt sich in die obere und untere und hat drei kath. Kirchen, zwei Klöster und eine kleine, aber schöne gotische prot. Kirche, bei deren Grundsteinlegung man auf viele Überreste röm. Bauten traf, hauptfächiich eines Bades, und reiche Funde an Ges und Münzen machte. Bei B. wurden schon rüher viele röm. Münzen gefunden; 1866 wurden 51 alte Grabstätten aufgegraben. Die meisten der efundenen Altertümer befinden sich in dem sehr schenswerten Vorarlberger Landesmuseum zu B. In der Nähe, südlich, befindet sich auf einem gegen den See vorspringenden Felsenrücken des 1060mhohen Pfänderbergs, auf dessen Gipfel man eine prachtvolle anals u genießt, die Bregenzer Klause, ein ehemals starkbefestigter Bergpaß, +11— welchen bis 1831 die Straße aus Schwaben nach Vorarlberg und Tirol führte. Seitdem läuft die Straße hart am Seeufer hin, wo sie in einer Länge von 890 m gegen die wilde Brandung der oft hochtreibenden Wellen durch einen Quaderdamm mit eisernem Geländer geschützt ist. Seit Eröffnung der Eienbahndnn Bahn wird sie auch noch durch den Eisenbahndamm geschützt. B. war schon früh eine Ansiedelung der Kelten und dann der Römer unter dem Namen Brigantium. Jetzt sieht man nur noch Überreste von den 7. r Festungswerken, und auch das feste Schloß, welches auf dem südwärts gelegenen Pfannenberge er U Hermann von Schwaben auf das Geheiß Kaiser Ottos d. Gr. erbauen ließ, liegt in Trümmern. Während des Schweden die Feste B. und die dabeigelegene Klause, die sie beide schleiften. Zur Vi der salischen und hohenstaufischen Kaiser war B. der Hauptort der großen Grafschaft B., deren Besitzer zu den einfluß-Aussert Herren in Schwaben gehörten. Nach ihrem Aussterben und nach mancherlei Wechselfällen und zahrh. Grafsche kamen dann durch Kauf im 15. Jahrh. Grafschaft und Stadt an das habsburger Haus. Mit Vorarlberg war sie 1805—14 bayrisch, Am 11. Okt. 1850 fand zu B. eine Zusammenkunft des Kaisers von Ssterreich mit den Königen von Bayern und Württemberg statt, worauf die Demonstration gegen Preußen erfolgte, die zur Olmützer Konvention führte. Vgl. Grube, Lindau, B. und Umgebung » (2. Aufl., Lindau 1879); Byr, «Die Einnahme von B. durch die Schweden (Lindau 1873).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 495Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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