FeedBundschuh
ReligionBrockhaus 1882

Bundschuh nannte man in früherer * eine Art großer Schuhe, die bis an die Knöchel reichten und mit Riemen gebunden wurden. Sie waren in ältester Zeit oft nur aus Holz, meistens aber aus hartem Rindsleder und als solche Zeichen des Bauernstandes, während der Adel Stiefeln trug. Bei den tumultuarischen Unruhen im 16. Jahrh. machten die Bauern, und zwar, wie es scheint, zuerst bei Gelegenheit des 1502 im Dorfe Untergrünbach im Bistum Speier sich ½½ Aufstandes, den B. zu ihrem Kriegs⸗ und Wahrzeichen, weshalb man mit . em Namen auch die Aufstände während des Bauernkriegs belegte. Einen B. machen, hieß im 16. Jahrh. soviel als «sich verschwören v und wurde auch von zwei oder drei Personen in dieser Bedeutung gebraucht. Die Gestalt und die Beschaffenheit dieses Bundeszeichens wird verschieden angegeben. Nach einigen sollen die Bauern einen Scuh als Feldzeichen vor sich hergetragen haben. Nach andern hatten sie eine Fahne halb weiß, halb blau. In der Mitte war das Bild des Gekreuzigten, wie er dem heil. Georg erschienen, auf einer Seite ein B., auf der andern ein kniender Bauer, über dessen Haupte die Worte standen: „Nichts denn die Gerechtigkeit Gottes v.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 724Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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