Bunzlau, Kreisstadt im Regierungsbezirk Liegnitz der preuß. Provinz Schlesien, in 192 m Höhe, 48 km westlich von Liegnitz, unweit vom rechten Ufer des Bober und an der Linie Sommerfeld-Liegnitz der Preußischen Staatsbahn, von schöner Promenade und Überresten früherer Befestigungen umgeben. Auf dem Marktplatze steht ein 12 m hoher, aus Eisen gegossener Obelisk, welchen Friedrich Wildorb III. 1819 dem am 28. April 1813 hier vertorbenen russ. Feldmarschall Kutusow errichten ließ. Die Stadt ist Sitz eines Amtsgerichts, hat eine evang. und eine kath. Kirche, ein sehr gut eingerichtetes Waüenhaus, ein 5 eine kür2 eminar, ein Gymnasium (seit 1862) und eine für 800 Personen eingerichtete Provinzial-Irrenpflegeanstalt (seit 1863). Sie zählt (1880) 10 790 meist evang. E., welche Tuch und Leinwand fabrizieren, Tabak spinnen, viele und ausgezeichnete Töpferwaren, Ofen, Thonröhren u. s. w. liefern, Bienen⸗ und Obstzucht, beträchtlichen Getreide- und Garnhandel treiben. Bekannt ist besonders das sog. Bunzlauer Gut, braun- und weißglasiertes Thee- und Kaffeegeschirr. Als Kuriosität zeigt man einen 2 m hohen, 5 mweiten Topf, der nicht gebrannt, sondern aus einzelnen Stücken zusammengekittet ist. Etwa 4 km von der Stadt westwärts steht auf einer Anhöhe ein steinernes Denkmal des Feldmarschalls Kutusow, dessen Eingeweide uch at begraben wurden. Bemerkenswert ist B. auch als Geburtsort des Dichters Martin Opitz, dem vor dem Gymnasium ein Denkmal errichtet ist. — Der Kreis Bunzlau zählt (1880) auf 1041 qkm 59 350 E. Vgl. Wernicke, Chronik der Stadt B.y (Bunzlau 1882 fg.).