Buol-Schauenstein, altes, ursprünglich aus Graubünden stammendes Adelsgeschlecht. Joh. Ant. Buol erhielt 1649 den Reichsadel, dessen Sohn Paul 1690 die Reichsfreiherrnwürde. Von des letztern beiden Enkeln war der ältere, Rudolf Anton, geb. 13. Juli 1705, österr. Gesandter in der Schweiz und starb 1763. Der andere Enkel, Johann Anton, wurde von seinem Oheim, dem österr. Feldmarschall Grafen Franz Thomas von Schauenstein, der 1739 von Karl VI. in den Reichsgrafenstand erhoben worden, adoptiert und erbte 1742 dessen Titel und Güter. Nach dem Aussterben dieses jüngern Zweigs der Familie Buol übertrug Kaiser Fund II. 18. Jan. 1805 die 00f0 räfl. Wurde auf des genannten Freiherrn Rudol Anton Sohn: Johann Rudolf, geb. 21. Nov. 1763. Derselbe widmete sich der diplomatischen Laufbahn, war 1790 österr. Gesandter im Haag, 1792 zu Basel, dann 1794 kaiserl. Direktorialminister zu Regensburg, später Gesandter in Dresden. Nach Herstellung des Deutschen Bundes wurde er Präsidialgesandter des Bundestags, in welcher Stellung er wirkte, bis ihn 1823 Münch-Bellinghausen ablöste. Er starb 12. Febr. 1834 als kaiserl. Wirklicher Ge-Lonrmin Staatsminister und Präsident der Hofommission in Wien. Sein Sohn Karl Ferdinand, Graf von B., österr. Staatsmann, wurde 17. Mai 1797 geboren. Nachdem er als Legationskommis in Hannover, Kassel und Frankfurt a. M., als Legationssekretär im Haag, als Botschaftskavalier in Paris und als Botschaftssekretär in London fungiert hatte, ward er 1828 zum Gesandten in Karlsruhe und Darmsen, ernannt. Von diesem Posten 1837 abgeruen, war er sodann seit 1838 Gesandter in Stuttgart und ging 1844, nachdem er die Würde eines Geheimrats erhalten, als österr. Gesandter nach Turin, wo er blieb bis nach der Kriegserklärung vom 22. März 1848. Gegen Ende des J. 1848 wurde B. als österr. Gesandter nach Petersburg eschickt, welche Stellung Ende 1850 eine Unterrechung erlitt, indem man ihn zum zweiten österr. Bevollmächtigten bei den deutschen Konferenzen zu Dresden ernannte. Eine nicht minder schwierige Mission fiel ihm zu, als er gegen die Mitte des J. 1851 als österr. Gesandter nach London ging, wo sein Auftreten nicht wenig zu einem freund ichern Leirun. N. zwischen Osterreich und Großbritannien beitrug. Nach Schwarzenbergs Tode ward er nach Wien zurückberufen und ihm 11. April 1852 das Ministerium des Auswärtigen und des kaiserl. Hauses übertragen. In dieser Stellung führte er die neue Politik sterreichs maßvoller und ruhiger als sein Vorgänger, doch weniger energisch, als für die Stellung Ssterreichs in der Orientfrage notwendig gewesen wäre. Die Vermittelungsversuche B.s erzielten kein entsprechendes Resultat. B. präsidierte 1855 den Wiener Konferenzen und nahm dann als österr. Bevollmächtigter teil am Friedenskongreß zu Paris, wo er den Friedensvertrag vom 30. März 1856 und den Separatvertrag am 15. April unterzeichnete. Mit dem Beginne des ital. Kriegs ward B. im Mai 1859 seines Ministerpostens enthoben und erhielt zu seinem Nachfolger den Grafen Rechberg. Er lebte seitdem auf seinen Gütern und starb in Wien 28. Okt. 1865. [del).