FeedBuonarrotti (Filippo)
GeschichteBrockhaus 1882

Buonarrotti (Filippo), bekannt durch seine Teilnahme an der Verschwörung des Babeuf (s. d.), aus der Familie des berühmten Michel Angelo B., geb. 11. Dez. 1761 zu Pisa, widmete sich in seiner Vaterstadt Rechtsstudien und den schönen Wissenschaften und erwarb sich die Gunst des Großherogs Leopold von Toscana. Durch die Schriften ousseaus enthusiasmiert, verscherzte er jedoch die⸗ +7 bald und ward beim Beginn der Französischen evolution wegen Verbreitung revolutionärer Grundsätze aus dem Lande gewiesen. B. ging nach Corsica, wo er in einem Paolt dieselben Grundsätze vertrat und gegen Paoli für das franz. Interesse wirkte. D 1791 aus Bastia vertrieben, trat er als polit. Agitator in Sardinien auf, um diese Insel für Frankreich zu gewinnen. Dort empfing man ihn wie einen Apostel der Freiheit und verlangte von ihm eine Konstitution, welche er auch sofort redigierte. Im Mai 1793 kam er zum ersten mal nach Paris, um im Namen der Bevölkerung der kleinen Insel San-Pietro deren Vereinigung mit der Republik nachzusuchen. Seine Bitte ward ihm bewilligt, er selbst durch ein Dekret des Nationalkonvents zum franz. Bürger ernannt und dann mit Missionen nach Corsica be-Iber er Der Sturz Robespierres am 9. Thermidor erreichte auch den ihm eng verbundenen B. Er wurde verhaftet und erst nach dem 17. Vendemiaire wieder entlassen. on einer Mission als Civilkommissar nach Italien 1795 ward er bald wegen seiner Gewaltthätigkeiten gegen die Edelleute der Riviera zurückberufen und begann nun 90 die Konstitution von 1793 zu konspirieren, inem er die Pantheonsgesellschaft bildete, deren Präsident er wurde. Als das Direktorium dieselbe aufhob, schloß er sich der HH. en Verschwörung an. Babeuf und Darthé büßten auf dem Schafott, B. und 191 andere wurden zur Deportation verurteilt. an schaffte sie nach Cherbourg, wo sie im Fort ber Einschiffung na Cayenne erwarten sollten, aber in Haft blieben. Erst 1800 brachte man B. nach der Insel Oléron und von da nach einer kleinen Stadt im Osten Frankreichs. Hier lebte er unter polizeilicher Aufsicht, welche Napoleon in den unschädlichen polit. Träumer, der ihm B. schien, Gehen mn hielt. Er durfte sich 1806 nach Genf zuru Nn wo er Unterricht in der Mathematik und der Musik gab, aber 1815 von den Diplomaten des Wiener Kongresses vertrieben wurde. Hierauf ging B. nach Wrussel 90 seinen alten Freunden vom Konvent und schrieb ort seine von literarischem Geschick zeugende Conspiration de Babeufo (Brüssel 1820 wodurch jene Vers chwörung Ausgangspunkt für zahlrei e spätere rend der Reitn Bestrebungen geworden ist. Während der Restaurationszeit war er ein eifriges Mitglied der Carbonari. Die Julirevolution führte ihn nach Paris Rameh Er lebte hier als Musiklehrer unter dem Namen Rémond in Verhorgenheit und trat nur noch einmal 1835 als Verteidiger der (Angeklagten vom Aprilp in die Offentlichkeit. Er starb 15. Sept. 1837. Buvucompagni, s. Bon-Compagni.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 730Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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