FeedBurckhardt (Heinr.)
GeschichteBrockhaus 1882

Burckhardt (Heinr.), Forstmann, geb. 26. Febr. 1811 zu Adelebsen bei Göttingen, erhielt seine Vorbildung bei einem Prediger, trat, 18 J. alt, in das hannov. Feldjägerkorps, studierte einige Zeit in Göttingen und wurde dann im königl. Wald⸗ und Inspektionsdienste beschäftigt; 1836 nahm er Privatdienste und bewirtschaftete als Forstverwalter längere Zeit ein 2400 ha großes Revier. Später trat er in den königl. Dienst zurück, verwaltete verschiedene kleinere Stellungen und wurde namentlich mit Forsteinrichtungsarbeiten und Ablösungen von Waldservituten beauftragt. Von 1844 bis Mitte 1849 wirkte er als Lehrer an der damaligen de. schule zu Münden. Nach deren raßh in d wurde B. als Forstrat (später Oberforstrat) in die hannov. Domänenkammer berufen, 1858 als Forstdirektor und Generalsekretär in Forstsachen in das Finanzministerium versetzt. Als Regierungskommissar, Dische auch als Abgeordneter hatte er in landstänischen Angele geshe, namentlich beim Erlaß verchiedener Forstge etze, mitzuwirken. B. war auch titglied des Staatsrats. Als Hannover 1866 an Preußen überging, verblieb er in seiner Stellung mit der Funktion eines preuß. H.wissenschaftlich B. erwarb sich durch seine praktisch-wissenschaftliche Richtung einen bedeutenden Ruf als Forstmann. Energisches Streben, unerschrockenes Vertreten seiner Überzeugungen sind Eigenschaften, die seine Schriften auszeichnen. Von den letztern sind hervorzuheben: «Forstliche Hilfstafelno (1. Abteil., 1852; 2. Abteil.: Fichte und Kiefer, 1856; 3. Abteil.: Maß, Gewicht, Münze, 1858); Abteil. 1 erschien unter dem Titel: HHilfstafeln für Forsttaxatoreno (3. Aufl., Hannov. 1873), besonders wertvoll durch die Mitteilung gründlicher, eigener Untersuchungen; »Der Waldwert/ (1860); «Säen und Pflanzen nach forstlicher Praxis» (Hannov. 1855; 5. Aufl. 1880), anerkannt als bestes Handbuch der dem Walder welches die Litteratur besitzt; Aus dem Walder, Mitteilungen in zwanglosen Heften (Heft 1—9, Hannov. 1865—79; ein 10. Heft wurde 1881 aus dem Nachlasse herausgegeben von seinem Sohne Dr. Heinr. B.). B. genoß ein ungewöhnliches Ansehen, namentlich unter seinen Fachgenossen; zur Feier seines 50jährigen Dienstjubiläums am 19. Nov. 1878 wurde durch freiwillige Beiträge die „Burckhardt-Jubiläum-Stiftungo gegründet, welche die Unterstützung unbemittelter Hinterbliebenen deutscher Forstbeamten bezweckt. Er starb 14. Dez. 1879 zu Hannover.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 734Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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