FeedBurckhardt (Joh. Karl)
HimmelskundeBrockhaus 1882

Burckhardt (Joh. Karl), Astronom und Mathematiker, geb. 30. April 1773 zu Leipzig, besuchte die dortige Nikolaischule, studierte seit 1791 zu Leipig Mathematik und Astronomie und schrieb die Abevolvendis tractionum continuarum valoribus maxime idonea (Lpz. 1794). Hierauf kam er zu Zach nach Gotha, unter dem er nun die Astronomie praktisch studierte und den er bei der Beobachtung der Rektascension der Gestirne unterstützte. Durch Zach wurde er 1797 an Lalande in Paris empfohlen, der ihn in sein Haus aufnahm. Paris beschäftigte sich B. insbesondere mit der VBerechnung der Kometenbahnen, nahm an allen Arbeiten des Neffen Lalandes, Lefrangois-Lalande, auf der Sternwarte der Ecole militairé thätigen Anteil und übersetzte die ersten Bände von Laplaces Mécanique célestey ins Deutsche (2 Bde., Berl. 1800—2). Zum Adjunkten bei dem Längenbureau ernannt, erhielt er 20. Dez. 1799 den Naturalisationsbrief als franz. Bürger. Nach Lalandes Tode wurde er 1807 Astronom an der Sternwarte der Ecole militaire. Er starb 22. Juni 1825. Seine wichtige Abhandlung über den Kometen von 1770 wurde von dem Institut 1801 mit dem Preise gekrönt und findet sich in den Eifer wandte er auf die Benutzung der Sonnenfinsternisse und Sternbedeckungen für die BerechTnung geogr. Längenbestimmungen. Seine 1812. herausgegebenen Mondtafeln galten längere Zeit als die besten; Hilfstafeln für astron. Rechnungen gab er 1814 und 1816 heraus.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 735Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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