FeedBurns (spr. Börns, Rob.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Burns (spr. Börns, Rob.), der größte lyrische Dichter Schottlands, geb. 25. Jan. 1759 unweit Ayr, ward als Sohn eines armen Pächters zur ländlichen Arbeit erzogen, erhielt aber Unterricht in den Elementarfächern und selbst im Französischen und der Mathematik. Die Bekanntschaft mit einigen engl. Dichtern, Addison, Shakspeare, Pope und namentlich Allan Ramsay und vor allem die romantischen Sagen seiner Heimat weckten seine Dichterlust. Seitdem ihn die Liebe zu den ersten Liedern begeistert hatte, dichtete er hinter seinem Pfluge Gesänge in der Mundart des Volks, welche ihn bald bekannt machten. Später geriet er in Iifer Ge-Iandun und verlor seinen guten Ruf; dieser Umtand und der unglückliche Erfolg einer Pachtung, die er 1781 übernommen hatte, bestimmten cher Schottland zu verlassen. Er hatte sich als Aufseher einer Pflanzung auf Jamaica verdungen, und um Geld zur Reise zu erlangen, ließ er 1786 in Kilmarnock eine Sammlung seiner Gedichte drucken, die roßen Beifall fanden. Im Begriff sich einzuschifen, erhielt er eine Einladung nach Edinburgh, um eine neue Ausgabe zu veranstalten. In Edinburgh, wo er sich Uber ein Jahr aufhielt, fand er zahlreiche Gönner und wurde mit Ehrenbezeigungen überhäuft. Dann kehrte er in seine Heimat zurück, heiratete seine frühere Geliebte Jane Armour und übernahm 1788 neben der Stelle eines Accisebeamten, die er seinen Gönnern verdankte, eine kleine Pachtung zu Ellisland bei Dumfries. Aber die Pflichten seines Amtes und eine ungeregelte Lebensweise hinderten ihn, seiner Pachtung die nötige Sorgfalt zu widmen, und zwangen ihn schließlich, dieselbe aufzugeben. Gegen Ende des Jahres 1791 bezog er ein kleines Haus in Dumfries, wo er sich und seine Familie von dem kärglichen Einkommen, welches seine Stelle als Steuerbeamter und Beiträge zu Zeitschriften einbrachten, ernährte. Allmã lich verfiel er, unvermögend seine Neigung zum Trunk wirksam zu bekämpfen, in Schwermut und starb bereits 21. Juli 1796 zu Dumfries. Zum Besten seiner Witwe und — Kinder 11. Freund Currie eine Sammlung seiner chriften (4Bde., Liverp. 1800) heraus, in welcher jedoch mehrere der vorzüglichsten Dichtungen fehlen, die sich He Teil in den von Cromek veröffentlichten (Relics of Robert B.v (Lond. 1808) finden. Seitdem sind seine Werke in sehr vielen Auflagen erscähte; die man schon 1858 auf mehr als 115 schätzte; deutsche Übersetzungen lieferten Ph. Kauffmann (Stuttg. 1840), Heintze (Opz. 1859) und Pertz (Lpz. 1859); die besten Bartsch (2 Bde., IA 1865) und Laun (2. Aufl. Berl. 1877); einzelne Dichtungen hat Freiligrath mit Meisterschaft übertragen. B. Lieder und Balladen atmen bald schalkhafte Lustigkeit, bald tiefe Leidens chaft und sind ausgezeichnet durch ihre Naturwahrheit, naive Anmut und frische Unmittelbarkeit. Diese Eigenschaften verleihen ihnen eine hinreißende Kraft und B. einen hohen Rang unter den Lyrikern aller Nationen. erühmt sind namentlich eine Reihe von B. Liebesliedern, ferner das humoristische Gedicht John Auf dem Kirchhofe der ichaeliskirche zu Dumfries in Südschottland wurde ihm 1859 ein Denkmal errichtet. Unter den vielen .u½½ sind Lock11 — Life of Robert B.v (Edinb. 1828) und Chamders“ Life and works of B.v (4 Bde., Edinb. 1857) die vorzüglichsten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 758Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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