Burnouf (Jean Louis), franz. Philolog, geb. 14. Sept. 1775 zu Urville im Depart. Manche, studierte auf dem College dHarcourt, erhielt 1807 eine Hilfsprofessur am College Charlemagne, ward dann an die Ccole normale versetzt, 1816 zum Professor der Beredsamkeit am College de France, 1826 zum nspektor der Universität und 1830 zum Generaltudieninspektor ernannt. Seit 1836 Mitglied der Äkademie der Inschriften und seit 1840 Bibliothekar der Universität, starb er 8. Mai 1844 zu Paris. B. hat sich sowohl als Lehrer wie namentlich als Schriftsteller um den Unterricht in den klassischen Sprachen in Frankreich die größten Verdienste erworben. Epochemachend hat in dieser Beziehung besonders die in vielen Auflagen verbreitete HIsthode pour étudier la langue grecque (zue st 1814; neueste Aufl. 1873) gewirkt, der er später die Méthode pour étudier la langue latines und die Premiers principes de la grammaire latinen folgen ließ. Unter seinen übrigen Werken ist die Ubersetzung der Werke des Tacitus (6 Bde., 1827 —33; zuletzt 1869) hervorzuheben, die bisjetzt noch nicht übertroffen worden ist. Außerdem lieferte er eine Tertausgabe und eine franz. Ubertragung (Par. 1834; 2. Aufl. 1842) des Panegyricuso des Plinius. — Ein Neffe B.s, Emile Louis B., geb. 25. Aug. 1821 zu Valognes (Manche), wurde 18⁵⁴ zum Tireltor der alten Litteratur zu Nancy, dann zum irektor der Ccole frangaise zu Athen ernannt. Derselbe verfaßte eine Méthode pour étudier la langue sanscrites (1859), einen Essai sur le Véda, ou introduction à la connaissance del'Inder (1863), ein Dictonnaire classique sanscrit-françaisv (1863 —65), eine «Histoire de la littérature grecaue (2 Bde., 1869), das in freisinnigem Geiste gehaltene Werk „La science des religionss (1872), La mythologie des Japonaiso (1878) u. A. ‚