FeedBurnouf(Eugene)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Burnouf(Eugene), namhafter Orientalist, Sohn von Jean Louis B., geb. 12. Aug. 1801 1506 Paris, studierte erst die Rechte, wandte sich aber später den orient. Sprachen, besonders dem Persischen und Sanskrit zu. erste Frucht dieser Studien gab er mit seinem Freunde Lassen den Essai sur le Palio (Par. 1826), dann allein „Observations ammaticales sur quelques passages de Pessai sur le Palis (Par. 1827) heraus, welche Schriften uerst in Europa über die Za gleicer Zei der Budhisten Licht verbreiteten. Zu gleicher Zeit beteiligte er sich an dem Texte zu dem Prachtwerke „L'Inde trancaises (2 Bde., Par. 1827—35) und veröffentlichte in dem Journal asiatiques und dem Journal des Savants eine Reihe von Abhandlungen, in denen er von seiner gründlichen Kenntnis des Sanstrit Zeugnis ablegte. Im J. 1832 ward er in die Akademie der Inschriften aufgenommen und in demselben Jahre auch mit der Professur des Sanskrit am College de France betraut, die er bis zu seinem 28. Mai 1852 erfolgten Tode bekleidete. Sein Hauptverdienst besteht in seinen Arbeiten über die in der Zendsprache erhaltenen Überreste der beiligen Litteratur der alten Perser, die bis dahin noch gar nicht philologisch und kritisch bearbeitet worden waren. Zu dem Zwecke ließ er eine Handschrift des „Vendidad-Sadé, P'un des livres de Zoroastren (Par. 1830) getreu lithographiren und begann den einen Teil dieser Sammlung religioser Schriften, den hymnologischen und liturgischen, in dem Commentaire sur le Vacnas (Bd. 1, Par. 1835) zu erläutern. In dem scharfsinnigen Meémoire sur deux inscriptions cunéiformeso (Par. 1836) machte er einen der ersten Versuche zur Entzifferung der altersischen Keilinschriften, der jedoch durch spätere lrbeiten übertroffen wurde. Für die «Collection orientales gab er den Text und die franz. UÜbersetzung des Bhagavat-Puränas (Bd. 1—3, Par. 1810—49), eines Systems ind. Mythologie und Tradition, heraus. Außerdem veröffentlichte er eine Introduction à l'histoire du Buddhisme indiene (Bd. 1, Par. 1844) und Le Lotus de la Bonne Lois (Par. 1852), eine Übertragung der Werte Legendensammlung Lalitavistarar, welche Werke ein eingehendes Studium des Buddhismus überhaupt erst ermöglicht haben.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 758Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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