FeedBürste frz. brosse
TechnikBrockhaus 1882

Bürste frz. brosse, engl. brush), ein aus einer Fassung mit eingesetzten Borsten oder Borstensur⸗ + bestehendes Den welches im Hausalt und in der Industrie zu Reinigungszwecken benutzt wird. Die Borsten werden entweder bloß in die entsprechenden Löcher der seltener eingekittet Defeitbrt (o mit Draht oder seltener mit Garn efestigt (eingezogene Arbeit), oder zwischen den Reehte uh. zweier Drähte zusammengehalten (gedrehte rbeit). Das beste Bürstenmaterial sind die Schweins orsten, von welchen wieder die weißen Borsten die besten und theuersten sind. Die stärksten und längsten sind die gelben und schwarzen, welche deshalb auch am meisten angewendet werden, indem man sie, wenn es sich um die weiße Farbe bandelt, durch Einwirkung von schwefligsauren Dämpfen, flüssiger schwefliger Säure oder sehr verdünnter Schwefelsäure bleicht, wobei die Borsten abwechselnd der Wirkung der Säuren und des direkten Sonnenlichts ausgeseßt werden. Zu weichen B. (Hutbürsten u. s. w.) wählt man lange weiße 0 Weerdeban außerdem werden im allgemeinen noch Pferdehaare, Dachshaare, Stroh, Piafsava u. s. w. verwendet. Zu Holzfassungen nimmt man meist Rotbuchen⸗, Ahorn⸗, Birn⸗ oder Pflaumenbaumholz; fen feinere Faffungen finden Knochen, Horn, El enbein, Perlmutter u. s. w. Ver-Die Borsten müssen vor der Verarbeitung ihrer Länge nach sortiert werden. Diese Mani ulation geschieht meist durch Handarbeit, kann aber auch mittels der von Smith konstruierten Borstensortiermaschine erfolgen. Hierauf werden die Borsten gereinigt und gebleicht, mitunter auch gefärbt. Das Bohren der Fassung erfolgt itt öffelemen End 41. Seelbe di erhitzt man schwardie vorgebohrten Löch rn drückt sie alsdann in Büschel eingesetzt, so schneidet man mit einer Schere die Spitzen derselben gleichmäßig. Das . der Borsten geschieht, indem man durch eins der Löcher einen Draht (gewöhnlich Messingdraht) schiebt, ein Bündel Borsten in der Mitte 106 und den Draht, nachdem er durch dasselbe 2 urückgeschoben worden ist, fest anzieht, wodur sich das Borstenbündel in der Mitte zusammenlegt und in das betreffende Loch einzieht. Ist auf diese Weise mit demselben Draht eine ganze Reihe von Löchern eingezogen, so stutzt man die Borsten mit einem Daue auf gleiche Länge ab, ieht dann wieder eine Reihe ein, stutzt sie ab un fährt so ort, bis die B. fertig ist. Der auf der Rückseite er B. sichtbare Einziehdraht wird entweder durch eine aufgelegte Platte verkleidet, oder es werden, +1 bei Zahnbursten längs der Lochreihen kleine illen gefeilt, in welche sich der Draht legt und die nachher durch Kitte verkleidet werden. Zur maschinellen Herstellung der B. dient die rig. 1—4 dargestellt ist. In Fig. 1 ist A ein nit Zinken versehener metallener Kamm, der mit den Borsten gefüllt wird und eine intermittierende Zewegung quer durch die Maschine erhält. Durch ine besondere Vorrichtung werden die Borsten dus dem Kamme in einen gewundenen Kanal B Fig. 2) gedrückt und nehmen alsdann eine horiontale Lage an. Der Körper gleitet an O auf ind nieder, derselbe —* in eine Spitze D und st mit einem whte Wer Schlitze Eversehen, welcher n eine senkrechte Verlängerung E ausgeht. Der ntere Teil dieses Stücks ist ein hohler ylinder. Venn nun der Haken Cin die Höhe geht, drängt ch seine Spitze D zwischen die Borsten und sonert die zu einem Buschel gehörende Quantität Borsten ab. Da nun dieser Büschel nicht mit in die Höhe steigen kann, gleitet er bei fortgesetzter siur des Hakens durch den schrägen Schlitz E is in den senkrechten Teil des letztern, in welchem er der Wirkung des Kolbens G (Fig. 2, 3 und 4) ausgesetzt ist. Dieser * an seinem Ende zwei Schlitze, von denen der breitere das Borstendüschel aufnimmt während der Schlitz Hnur so breit ist, daß der Bindedraht durchgehen kann. Alsdann wird der Kolben abwärts bewegt, wobei er die Borsten faßt und — einer Schleife formt. Durch einen besondern anismus wird der Bindedraht I (Fig. 3) durch den Schlitz H geführt und auf die erforderliche Länge abgeschnitten. Hierauf bewegt sich der Kolben noch weiter hinab, indem er zugleich eine Drehung um ½ Vertikalachse annimmt, durch welche der Draht spiralförmig gewunden in die Gänge einer in dem untern Ende des hohlen Cylinders befindlichen Mutter gezwängt und um das Borstenbüschel befestigt wird. Dicse Drahtwindungen dienen als Schraube, mit deren Hilfe das Borstenbüschel in das Loch der ᷓ. ung J eingeschraubt wird. K in Fig. 1 ist ein Fuhrer, lcher die richtige Einstellung der Löch welcher die richtige Einstellung der er unter dem Cylinder bewirkt. Die die Fassung tragende Platte L läßt sich mit Hilfe des unter derselben befestigten eingekerbten Bogens unter einem beliebigen Winkel feststellen, sodaß man Fassungen von verschiedener Form einsetzen kann. ittels dieser Maschine vermag man etwa 70—80 Büschel pro Minute einzusetzen. ö Gedrehte B. werden nicht aus Büscheln hergestellt, sondern die Borsten werden zwischen zwei nahe aneinander gespannten Drähten zu einem fortlaufenden Bande gelegt und die Drähte gewunden. Diese B. Oohlu chenigel u. s. w.) sind um Reinigen enger Höhlungen, wie Siederöhren, Dan u. s. w. im Gebrauch. In neuerer eit werden auch B. aus Stahldraht zum Reinigen der Siederohre, zum Gußputzen, sowie als Kopfbürsten (Haarbürsten) angewendet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 763Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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