FeedBützow
ErdkundeBrockhaus 1882

Bützow, großherzogl. mecklenb. Stadt im Fürstentum Schwerin, am Zusammenflusse der Warnow und der Nebel und an der Friedrich-Franz-Bahn, von welcher hier eine Zweigbahn nach ostock best eine der schönsten und gewerbsamsten Städte es Landes, ist Sitz eines Amtsgerichts sowie des Dominialamtes B.⸗Rühn, zählt (1880) 5192 E., + eine prächtige, 1239 — 48 erbaute got. Stadtirche, eine reform. Kirche und eine Synagoge, ein neues imposantes Rathaus, ein ehemals bischöfl. Schloß, das jetzt zu In Hpttal. eine dient, ein Kriminalgefängnis, ein * ital, eine Real⸗, eine Bürger⸗ und eine Gewerbeschule. Es befinden sich in B. viele Bierbrauereien, zwei . treibt fabriken und eine Maschinenbauanstalt. B. treibt bedeutenden Handel, besonders mit Getreide; mit Rostock besteht der Nhe lagr die Landestn. auf der Warnow. In der Nähe liegt die Landesstrafanstalt Dreibergen mit 360 Strafgefangenen. B. ist eine alte Stadt; sie kam 1232 durch Schenkung des Herzogs Niclot von Mecklenburg an das Stift Schwerin, worauf der Bischof Rudolf das Schloß bauen ließ. Im Anfang des 18. Jahes, ließen sich hier viele franz. Refugiés nieder, welche Fabriken anlegten. Conversations-Lexikon. 13. Aufl. III. Von 1760 —89 bestand daselbst die vom Herzog Friedrich gegründete Universität (Fridericiana), die dann nach Rostock verlegt wurde; auch bestand zu B. 1760—80 ein fürstl. Pädagogium. B. war 1812—79 der Sitz des Kriminallolegiums.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 786Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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