Buxhoevden (Friedr. Wilh., Graf von), Oberbefehlshaber der russ. Armee und Eroberer Finlands, geb. auf dem Krongut Magnusthal der Insel Mohn 14. (25.) Sept. 1750, entsprossen einer Dun alten, aus dem Bistum Bremen herstammenen livländ. Adelsfamilie. In der Artillerie⸗ und Ingenieur-Kadettenschule zu Petersburg erzogen, wurde er für im Türkenkriege bei der Belagerung von Bender 1770 bewiesene Tapferkeit mit dem St. Georg-Orden geschmückt und zum Adjutanten des Feldzeugmeisters Fürsten Orlow ernannt, den er nach eendigung des Kriegs auf seinen Reisen durch Deutschland und Italien begleitete und dessen Pflegetochter, die schöne, geistvolle Natalie Alexejeff, er 1777 heiratete. Run wurde er schnell bebern 1783 zum Obersten, und Flügeladjutanten er Kaiserin Katharina II., 1784 zum Komthur des Johanniterordens zu Gorgast von Preußen und 1789 zum Brigadier und Kommandeur des Kexd.iand er. Musketierregiments ernannt. Als solcher efand er be) in dem Kriege gegen Schweden unter dem Oberbefehl des Prinzen von Nassau-Siegen, sehte die Generale Meyerfeld und Hamilton, entetzte die bedrängte Festung Friedrichsham und vernichtete die schwed. Flotte vor Wiborg. Zum Generalmajor befördert und mit dem Domänengut Magnusthal 1790 belohnt, nahm er auch an dem Feldzuge gegen Polen 1792—94 als Divisionschef unter Suworow mit Auszeichnung teil. Nach der Erstürmung von Praga übergab ihm Suworow das Kommando in Warschau und die Verwaltun des eroberten Landes, in welcher schwierigen Stellung er 4 • allgemeine Achtung auch der Polen erwarb. Von seiten der russ. Regierung mit Domänengütern in Estland belohnt, wurde er von Sar17 18. Dez. 1795 in den Grafenstand erhoben. eit 1796 Generallieutenant, wurde B. Generalgouverneur von Petersburg und 5. (16.) April 1797 durch Kaiser Paul I. in den russ. Reichsgrafenstand rezipiert, allein schon 1798, von seinen Feinden verleumdet, auf 1an Güter in Estland verwiesen, bis ihn Kaiser Alexander 1802 wieder zurückrief und ihn als Präsidenten eines besondern Komitees mit der Regelung der ungleich verteilten Ortsabgaben beauftragte, die B. dann auch zu allgemeiner Zufriedenheit bewirkte. Als General von der Infanterie mit weit vordatiertem Patent wieder in den Militärdienst aufgenommen, wurde er 1803 Generalgouverneur und 2 der Truppen in den Ost-Ucherlis den 1805 befehligte er in der Schlacht bei usterlitz den linken Flügel des russ. Heers; 1806 übernahm er nach Kamenskis Abgang als der älteste der anwesenden Generale das Kommando der Armee in Preußen, sah sich aber in dem Augenblick, wo er einen von seinem Gehilfen, General Knorring, entworfenen Plan ausführen und Neys franz. Armeekorps in dessen Winterquartieren überfallen wollte, durch Bennigsens erfolgreiche Intriguen verdrängt. B. drang auf die stren + ntersuchun und erhielt wieder den Oberbefeh über den Rest der Armee 1807, die er am Dnjepr und der Düna usammenziehen und organisieren sollte. Kriege In .½½½ 1808 mit dem Oberbefehl betraut, eroberte B. in 10 Monaten, durch 6 See⸗ und 27 Landtreffen ganz Finland bis zum Torneä und brachte Sweaborg zur Kapitulation. Ein Zerwürfnis mit dem von Tag zu Tag mächtiger werdenden Araktschejew nötigte ihn zu Ende des Jahres 1809, das Kommando in die Hände seines Unterfeldherrn General Knorring niederzulegen. B. reiste darauf zur Stärkung seiner leidenden Gesundheit ins Bad nach Österreich, kehrte hoffnungslos im Juli 1811 urück und starb 23. Aug. (4. Sept.) desselben ahres auf seinem Schlosse Lohde in Estland.