Ehrensvärd ist der Name einer schwed. Familie, die aus Deutschland stammt, wo sie Scheffer hieß. Der schwed. Stammvater Johann Jakob E., geb. 11. Mai 1666, war ein tapferer Artillerieoffizier im Dienste Karls XII. und starb 6. Okt. 1731 als Oberst. — Sein Sohn, Augustin, Graf C., geb. 29. Sept. 1710, hat sich namentlich als Erbauer der Festungswerke zu Sweaborg und als Schöpfer der schwed. Schärenflotte einen Namen gemacht. Er führte auch im Siebenjährigen Kriege kurze Zeit den Oberbefehl, wurde in den Grafenstand erhoben und starb 4. Okt. 1772 zu Saris in Finland als Feldmarschall. —-Karl August, Graf E., Sohn des vorigen, geb. 5. Mai 1745, diente in Pommern an der Seite seines Vaters, studierte das franz. Seewesen in Brest und half dem Vater bei der Anlegung von Sweaborg und dem Bau der Schärenflotte. Im Alter von 32 J. war er schon Oberst, und sieben Jahre später (1784) wurde er zum Oberadmiral ernannt. Als solcher führte er beim Ausbruch des russ. Kriegs den Befehl in der ersten Seeschlacht zu Swensksund 24. Aug. 1789 und hatte schon eine Abteilung der russ. Flotte geschlagen, als die Hauptmacht derselben in den Sund eindrang. Sein Plan, sich zurückzuziehen, wurde vom König Gustav III. nicht gutgeheißen; daher legte er den Befehl nieder. Nach dem Tode Gustavs III. stellte ihn die neue Regierung 1792 mit dem Titel eines Generaladmirals an die Spitze des ganzen Seewesens; doch da ihm diese Stellung nicht zusagte, trat er zurück, um sich nun für sein übriges Leben ganz dem Studium der Naturwissenschaften und der Kunst zu widmen. Von seinem Vater, welcher meisterhaft zeichnete, in Ol malte und gravierte, hatte E. sowohl die militärischen us künstlerischen Anlagen geerbt, auch Muße geunden, sie auszubilden. Eine 1780 — 82 nach Italien unternommene Reise hatte ihn für das Antike begeistert und ihn zu seiner Reisebeschrei⸗⸗ bung (Stockh. 1786, mit Kupfern) und zu der klassischen Schrift «Die Philosophie der schönen Künstes (Stockh. 1786) veranlaßt. Er war ein Geistesverwandter Winckelmanns, den er jedoch nicht kannte. Für die moderne Kunst hatte er wenig Sinn, nur in den Werken der Alten wollte er die echte Schönheit anerkennen. Mit den damals in Schweden herrschenden Anschauungen standen seine Ansichten im schreiendsten Widerspruche, weshalb er von seinen Bekannten als genialer Sonderling angestaunt wurde, während die übrigen ihn nicht beachteten. Erst später entwarf Atterbom im Phosphoros „ (1813) und nachher in Svenska Siare och Skalder o (Bd. 1) von ihm eine treffliche Charakteristik, und seitdem haben Hammarsköld, Beskow, Malmström, Ljunggren (Parallele zwischen E. und Winckelmann » in den %Svenska Akademiens Handlingaro, Bd. 29), Nyblaeus u. a. sein System ins Licht gesetzt. E. starb 21. Mai 1800 in Orebro auf einer Reise. Seine Skriftero wurden wiederholt gedruckt Zuletzt Stockh. 1866).