Almeida (Don Francisco d'), ein portug. Held aus dem alten Geschlechte der Grafen von Abrantes, hatte sich in den Kriegen gegen die Mauren und bei der Eroberung von Granada den Ruf eines ausgezeichneten Kriegers erworben und wurde des-Wire von König Emanuel I. 1505 zum ersten izekönig in Ostindien ernannt. Mit einer Flotte von 22 Segeln am 22. Juli 1505 zu Quiloa an-Helandt wußte er bald den portug. Namen furchtar zu machen und durch klug berechnete Verträge den Einfluß seiner Landsleute auszubreiten. Die Staaten Quiloa, Mombas, Cananor, Cochin, Calikut, Malakka u. s. w. wurden erobert und durch Festungen und Faktoreien in Unterwürfigkeit erhalten. Sein Sohn, Lorenzo d'A., welcher bei vielen Unternehmungen des Vaters das Kommando führte, besuchte 1506 Ceylon und entdeckte die Malediven und Madagascar. Francisco d'A. hatte den Plan gefaßt, die Portugiesen zu alleinigen Herren der ind. Gewässer zu machen und durch Sperrung des Persischen und Arabischen Meerbusens die Agypter und somit auch die Venetianer vom ostind. Handel auszuschließen. Deshalb rüstete der ägypt. Sultan auf Anregung der Venetianer eine bedeutende Flotte aus, die unter den Befehlen des Persers Mir-Chakim den ind. König von Calikut unterstützen sollte. Von dieser Macht wurde Lorenzo d'A. bei Tschoul in Calikut angegriffen und während des Kampfes getötet. Schon hatte Francisco d'A. Anstalt getroffen, den Tod seines Sohnes an den Mohammedanern zu rächen, als Affonso d'Albuquerque 1507 erschien, von dem mißtrauisch gewordenen portug. Hofe gesendet, um die Stelle A.s zu übernehmen. A. weigerte sich, Albuquerque als Vizekönig anzuerkennen, und ließ diesen mehrere Monate lang zu Cochin gefangen halten. Dann Weft er mehrere Küstenplätze an, unter andern Goa, welches er 13. Dez. 1508 verbrannte, und besiegte 2. Febr. 1509 die ägypt. Flotte bei Diu. Nach diesem Rachezuge verließ A. infolge einer nochmaligen Aufforderung des Königs Cochin 19. Nov. 1509. Er erreichte jedoch sein Vaterland nicht, sondern wurde an der Saldanhabai unweit des Vorgebirgs der Guten Hoffnung 1. März 1510 in einem Gefechte mit Eingeborenen durch einen Pfeilschuß getötet.