Caceini (Giulio), ital. Sänger und Komponist, geb. zu Rom um 1550, kam um 1565 nach Florenz, wo er seine Hauptwirksamkeit fand und um 1615 gestorben sein soll. Er war Mitbegründer der neuen Musikrichtung, die sich im ein⸗ oder mehrstimmigen, mit selbständiger Begleitung versehenen Gesange kundgab und als Oper und Oratorium zuerst in Florenz und Rom hervortrat. Schon 1590 trat C. mit der dramatischen Komposition IIcombattimento d'Apolline col serpente hervor; die Oper «Dafne, Text von Rinuccini, folgte 1594, doch hatte er von diesem Stücke nur einen Teil gesetzt; den andern komponierte Peri. Dagegen schrieb er die Oper «Euridices ganz und ließ die Musik 1600 drucken. Besonders wichtig ist ein Gesangwerk mit Generalbaßbegleitung, welches er 1602 zu Rom als «Le nuove mu⸗- siche herausgab, da es von der Gesangskunst der damaligen Zeit den deutlichsten und vollkommensten Bericht liefert. In der neuen Richtung war C. die gesangliche Autorität; als Komponist wurde er von vielen seiner Kollegen übertroffen.