Cahors (Divona cadurcum), alte und ziemlich winkelig gebaute Hauptstadt des franz. Depart. Lot und der ehemaligen Landschaft Cahourcin oder Ober-Quercy in Guyenne, 99 km nördlich von Toulouse, in 123 m Höhe, auf einem Hügel am rechten Ufer des von vier Brücken überspannten Lot gelegen und durch eine Zweigbahn mit der Bahn Orléans-Agen verbunden. Sie ist der Sitz eines Präfekten, der Departementsbehörden, eines Bischofs, eines Tribunals erster Instanz, eines Assisenhofs, eines Handels⸗ und zweier Friedensgerichte und einer Gewerbekammer. Auch hat sie ein Lyceum, ein bischöfl. und ein Lehrerseminar, eine öffentliche Bibliothek von w16000 Bänden, ein Theater, moderne Hallen und eine Departementsbaumschule. Die von Papst Johann XXII., der hier geboren war und dessen mit miftete Turme versehener Palast noch steht, 1321 gestiftete Universität wurde 1751 mit der von Toulouse vereinigt. Die byzant. Kathedrale von 1119soll h den Ruinen eines röm. Tempels erbaut sein; vor ihrem Haupteingang steht eine Pyramide als Denkmal Fenélons. Auch findet man noch die Überreste eines röm. Theaters, eines röm. Bades, Daurreg Dianathor u. s. w., und vor dem Präfekturgebäude ein schönes Denkmal des Kaisers Augustus, zu Ehren eines Marcus Lucterius errichtet. Die Stadt zählt (1876) 12 190 CE., als Gemeinde 13 660 E., welche in Spinnereien, Färbereien und Seilereien arbeiten, Tuch und Wollstoff, Branntwein, Fayence, Leder und Nußöl fabrizieren, starken Weinbau (s. Cahorsweine) und ein⸗, auch Tabakshandel, so- wie Handel mit Steinkohlen, Trüffeln, Nuß⸗, Lein- und Hanföl und Phosphaten treiben. Der alte kelt. Name Divona bedeutet heilige Quelle, fons addite divis (Ausonius), nach einer reichlich fließenden Quelle, jetzt Fontaine des Chartreux genannt. Bei en Römern war C. eine der Hauptstädte Aquitaniens, en Gan ausgestattet; die dort gefertigten Bettdecken, àadurques genannt, waren im 2. Jahrh. weit verbreitet. Das Christentum drang im Z. ahth ö hier ein. Eingeäschert von Theodebert 513, von den Normannen 864, gehörte es im 11. I. non ö den Grafen von Toulouse, dann Heinrich II. von e England, der ihm Thomas Becket als Gouverneur gab. Damals ward es befestigt. Die Englander besaßen es von 1360 bis 1428. Heinrich IV. nahm es 1580. Im Mittelalter war C. einer der Hauptsitze der südfranz. Wechsler (Cahorsini, in Deutschland Cawertschen, Gowertschen oder Cauder-Welsche genannt), welche erst später von den nordital. Nebenbuhlern, den sog. Lombarden, in den Hintergrund zurücktraten. C. ist der Geburtsort Gambettas.