FeedCajeputöl
HeilkundeBrockhaus 1882

Cajeputöl ist ein aus den Blättern der Melaleuca leucadendron, M. hypericifolia und M. ca51 61 durch Destillation dargestelltes ätherisches Ol, blaßgrün (durch Kupfergehalt), von einem speaef Gewicht = 0,915, im rektifizierten Zutande farblos und in seinem chem. Verhalten dem erpentinöl und Kampfer nahe verwandt. Es siedet bei 175, C. Es wird meist von Eingeborenen der kleinen Insel Buru, östlich von Celebes, dargestellt und kommt über Singapore und London in den Handel. Sein Geruch it eigentümlich durchdringend, aber uch unangenehm; der Geschmack scharf und aromatisch. Es anrof zum größten Teil, vielleicht ganz aus Cajuputol C10HI0, welches durch wiederholte Rektifikation über Phosphorfäuranydrid unter Abspaltung der Elemente von 1 Molekül Wasser in Cajuputen C10 HIe von hyazinthenähnlichem Geruch verwandelt wird. Man braucht das C. in der Medizin als Reizmittel, innerlich (bei Asthma, Epilepsie, Veitstanz), namentlich aber äußerlich, B. bei Nervenschmerzen, Gicht, Lähmungen, als Wurmmittel und (in den hohlen Zahn gebracht) Was Zahnschmerzen, auch zu Einreibungen und ur dey z. B. zum Vertreiben des mouß iefers. Für den pharmaceutischen Gebrauch muß das rohe Ol, um es von Kupfer zu befreien, mit Wasser destilliert werden. Dabei ist es aber erforderlich, das Kupfer vorher durch mehrtägige I. in mit einer Lösung von Blutlaugensalz in unlösliches Ferrocyankupfer zu verwandeln, da nach Hager, bei 1er eim mse dieser Vorsichtsmaßregel, sonst immer ein upferhaltiges Destillat erhalten wird. Nur selten kommen bei uns die Samen des Cajeputbaums (Semina cajeputi) vor, die D6 Wirksamkeit dem ätherischen Gle verdanken. as C. wird nicht selten verfäl cht, indem man ein ihm 9on Mosmmn ätherisches Ol durch Destillation von Rosmarin⸗, Lavendel⸗ und Terpentinöl über Kardamomen und Kampfer darstellt und demselben durch Zusatz von Kupferchlorid oder dem Harz der Achillea millefolium eine grüne Farbe gibt. Dieses lrwel te C. ist durch sein Verhalten gegen Jod, mit welchem es entzündet, was bei dem echten Ole nicht der Fall ist, zu erkennen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 823Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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