FeedCymöl
NaturlehreBrockhaus 1882

Cymöl, Cymén, Camphogen, Cymin, Camphen, Benzöl C. HI4, ein flüssiger Kohlenwasserstoff, der in vielen ätherischen Olen, • im Römisch-Kümmelöl, im Wasserschierlingsöl, im Thymianöl aus Ptychotis ajovan, im Muskatnußöl, im Eucalyptusöl, dagegen nicht, wie früher angenommen, im Steinkohlenteer vorkommt und aus Kampfer, Cuminol, Wermutöl, Wurmsamenöl durch Einwirkungschem. Agentien, sowie auch synthetisch dargestellt werden kann. Zur Darstellung destilliert man Kümmelöl, bis der Siedpunkt auf 200“ gestiegen ist, und rektifiziert das Destillat über schmelzendes Atzkali. Das C. ist ein farbloses, stark lichtbrechendes Öl, unlöslich in Wasser, leicht löslich in Alkohol und sonstigen Lösungsmitteln der ätherischen Ole, siedet bei 175 C., spezifisches Gewicht bei 25 C. 0,853, Dampfdichte 4,83. Konzentrierte Schwefelsäure von 100 C. löst C. beim anhaltenden Schütteln, ohne Entwickelung von schwefliger Säure. Chlor und Brom bei Gegenwart von Wasser bilden Substitutions⸗ und Additionsprodukte. Konzentrierte Salpetersäure gibt Nitrocymol. Chromsäure verwandelt es in Terephtalsäure. der Familie der Asclepiadeen. Die vorzugsweise in der tropischen und warmen gemäßigten Zone beider Hemisphären wachsenden Arten dieser Gattung sind teils Holzgewächse, teils perennierende Kräuter, der Mehrzahl nach Schlingpflanzen. Sie haben gegenständige, gestielte, meist herzförmige Blätter, zwischen den Blattstielen stehende, 10 fi mehr⸗ bis vielblütige Doldentrauben, welche si später in Trauben umgestalten, und gedoppelte, glatte Balgfrüchte voll geschwänzter Samen. Die am häufigsten weiß oder rosenrot gefärbten Blüten bestehen aus einem fünfblätterigen Kelch, einer radförmigen Blumenkrone mit fünflappigem Saum und einer zehnlappigen Nebenkrone. Alle Arten enthalten einen weißen, scharfen Milchsaft. Aus dem Milchsafte zweier in Südeuropa einheimischer Arten, C. monspeliacum L. und C. acutum L., bereitet man in Südfrankreich das sog. französische Die in Deutschland einheimische Schwalbenwurz wurde früher unter dem Namen C. Vincetoxicum Pers. hierher gerechnet, doch stellt man sie jetzt zJur Gattung Vincetoxicum Moench (s. d.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 737Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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