Cumarin oder Tonkastearopten, Cumarinsäureanhydrid 0C Hg 0O2, ist eine höchst angenehm riechende kampferähnliche organische Verbindung, die sich in den Tonkabohnen (den Samen von Dipterix odorata und oppositifolia Wild.), im Waldmeister (Asperula odorata), im Steinklee (Melilotus officinalis), in mehrern Gräsern, wie im Anthoxanthum odoratum, und in den Fahamblättern (Angraecum fragrans), einer bei den Asiaten ihres vanilleähnlichen Duftes wegen sehr beliebte Drogue, in der Orchis fusca und der wohlriechenden Rinde der Weichselrohrkirsche (Prunus Mahaleb) vorfindet. Man gewinnt das C. aus den Tonkabohnen durch Ausziehen derselben mit Alkohol; das alkoholische Extrakt wird mit n Ditt Wasser versetzt, die Lösung zur Abscheidung von Fett filtriert, worauf das C. beim Erkalten krystallisiert. Es wird gegenwärtig in großem Maßstabe fabrikmäßig, nach geheim gehaltenem Verfahren, gewonnen. Es krystallisiert in kleinen Prismen, is Hun los, vom Geruche der Tonkabohnen, löst sich kaum in kaltem Wasser, ziemlich leicht in siedendem. Es schmilzt bei 67“ und siedet unzersetzt bei 291². Die Tonkabohnen werden benutzt, um dem Schnupftabak einen wohlriechenden Geruch zu erteilen; das in den Bohnen enthaltene C. ist die 1M. dieser Eigenschaft. Das unter dem Namen Maitrank bekannte und geschätzte Getränk, das man durch Digestion von frischem Waldmeister und andern Ingredienzen mit durch Zucker versüßtem Weißwein darstellt, enthält als aromatisches Prinzip das C. Eine geringe Quantität krystallisierten C. enügt, um eine große Menge Wein in duftenden und einschmeckenden Maitrank zu verwandeln. Das reine C. findet außerdem wichtige Verwendung in der Parfümerie. Das C. ist anderdem durch seine Zersetzungsprodukte einer der interessantesten Körper der sog. aromatischen Verbindungen der organischen Chemie. LCum benefcio inventarii, s. Beneficium inventarii.