Cascarilla (wörtlich Rindchen, von dem span. cüscara, Rinde) heißen in Südamerika viele bittere, als Medizin in den Handel kommende Rinden; namentlich führt auch die Chinarinde in den Chinadistrikten diesen Namen. In der Materia medica bezeichnet Cascarillrinde (Cortex cascarillae) die Rinde mehrerer auf den Antillen wachsender Bäume der zur Familie der Cuphorbiaceen gehörenden Gattung Croton, besonders des Croton Eluteria, welche aus Westindien zu uns kommt. Sie ist von angenehm aromatischem Geruch und gewürzhaft bitterm Geschmack, Eigenschaften, welche sie einem —.— Ole und einem in weißen Nadeln und Tafeln krystallisierenden Bitterstoffe, dem Cascarillin, verdankt. Letzteres bildet kleine farblose Prismen, schmilzt bei 205 und erstarrt beim Erkalten zu einer spröden Halll es löst sich schwer in Wasser und kaltem Alkohol, in konzentrierter Schwefelsäure ist es zu einer dunkelroten Flüssigkeit löslich. Die C. kommt in zerbrochenen, gerollten oder rinnenförmigen Stücken von kußerlich weißlicher, innerlich chokoladenbrauner Farbe und buRauch ruch in den Handel. Sie wird gepulvert zu Räucherpulvern und Räucherkerzchen, ihr weingeistiger Auszug zu Räucheressenzen, der Aufguß oder die Abkochung als magenstärkendes Mittel so- wie bei Durchfällen, Schwäche, Blutarmut u. s. w. angewendet. Außerdem bedient man sich ihrer als Zusatz zu den Saucen der Tabake. Au wurde in früherer Zeit damit dem Zündschwamm sein üblicher, H Geruch erteilt.