Calabreser, breitkrempiger, hoher, spitz zulaufender (lursprünglich calabris her) Hut von weichem Filz, 1848 Abzeichen der Republikaner. Ealabrien, die südwestlichste Halbinsel des Königreichs Italien, zwischen 38 und 40 nördl. Br., zwischen 20 und 90 kmbreit und 250 km lang, welche wwischen den Küsten des Tyrrhenischen Meers, des Faro di Messina, des Jonischen Meers und des Tarentinischen Golfs von einem wildzerklüfteten Gebirgslande ausgefüllt wird, das sich auf dem nördlichen 75 km breiten Isthmus dem System des Hochapennin anreiht. Die südlichste Spitze ist Kap Spartivento. C. ist 17257 qkm groß und zählt (1881) 1258225 E., darunter viele Arnauten. Die Küsten werden durch die Einbiegungen der Golfe von Sta.⸗ Eufemia und von Squillace flach gegliedert; nur kurze Küstenflüsse bewässern das Land, von denen Crati und Neto nennenswert sind. Die Gebirgsausfüllungen erscheinen durch vulkanische Kräfte zertrümmert in einzelnen Gruppen, die tiefe Spalten mißt, sind unter K aufzusuchen. voneinander trennen, im endnften ler aber am höchsten und steilsten an die Westküsten herantreten. Im Norden erhebt sich der Monte Polino zu 2415 m, in der Mitte erreicht das Gebirge 1787 m und südlich steigen die Gipfel der Gebirgsinsel des Aspromonte 2046,5 mauf. Im Altertum war C. welches bis in die Langobardenzeit den Namen Bruttium 5 d.) führte, ein Teil Großgriechenlands das aterland des Charondas, Zaleukos, Praxiteles, Agathokles und anderer berühmter Männer „das Land, wo auch Pythagoras seine Lehren verbreitete. m 276 v. Chr. von den Römern unterworfen, kam C. nach dem Falle des abendländischen Kaisertums nacheinander an Odoaker, an die Ostgoten und durch Belisar und Narses an das oström. Reich. Vom 6. bis in die zweite Hälfte des 11. ahrh. geboten hier die Byzantiner, deren Herrschaft der Normannenherzog Robert Guiscard ein Ende machte. Seit jener Zeit teilte C. die Geschicke des neapolitan. Königreichs. Das Klima ward schon im Altertum epriesen; nur in flachern Gegenden erzeugen still-Eehende Gewässer in der heißen Jahreszeit anteckende Krankheiten. Deshalb verläßt in den vier eißen Monaten jeder, der es vermag, das Tiefand. Die schönsten Wälder von Fichten⸗, Tannen- und Lärchenbäumen sowie die harzreichen Bäume des von den Alten er Apennine Silawaldes besen hier die immergrüne und die Cochenilleneiche, die oriental. Platane, die Kastanie, der Zirbel- und Nußbaum, das Süßholz, die Olive, die Aloé und Sce: Der Eschenbaum gibt das Caden immergrünenden Tamariskenstrauch und den Erdbeerbaum. Aus dem Schilfrohr (Sarrachio) verfertigen die Bewohner Schiffstaue, Körbe, Mat-Kultur edeihen vortrefflicher Wein und gutes Ol; ausgeführt werden Getreide und Reis, Safran Anis, Süßholz Färberröte, Flachs und Hanf, sowie Maultieren und besonders schönen Pferden. Die Bei Hepdin fängt man die Pinna marina, eine Art doch gegen Kälte schützt. Auch fischt man Korallen. ie Steinbrüche und Gruben liefern Alabaster, Marmor, Schleifsteine, Gips, Alaun, Kreide, Steinsalt Lasursteine und Kupfer. ö er Calabrese, vielfach dem Spanier ähnelnd, ist unwissend, abergläubisch, fah dabei aber aufrichtig, gastfrei und voll Ehrgefü — ach Bel auch stets bewaffnet, sehr empfindlich und nach eleidigungen meist unversöhnlich. Es gibt nur Reiche und Arme, ein Mittelstand fehlt ganz, daher ist der Bauer in der traurigsten Lage. Die Mundart der Calabresen ist wer zu verstehen, aber voll origineller und bezeich-e nender Ausdrucke. In administrativer Hinsicht zerfällt das Land jetzt in die Provinzen Cos enza, r früher Calabria eiteriore (7358,4ᷓ qEm mit 451271 C.), Reggiodi Calabria, früher Ca-3 und Catanzaro, früher Calabriaulteriorell3 (5975, 10m mit 434217 C.). Die erstgenannte Provinz umfaßt die nördlich, die beiden letztern begreifen e die südlich gelegenen Teile des Landes. Außer den g Hauptstädten gibt es nur noch wenige Orte, welche Manufakturen haben und Handel treiben. Die Ostkuste des Landes hinzie t, umfaßt die Hauptlinie Taranto-Catanzaro-Reggio mit den Zweigbahnen Cboli-Potenza-Metaponto und Buffaloria-Cosenza. Die Spuren des Erdbebens, das 20. Febr. 1783 dae südliche C. verwüstete, 300 Städte und Dörfer zerstörte und 30000 Menschen begrub, sind noch jetzt nicht verschwunden. Vgl. Bartels, Briefe über C. und Sicilieno (3 Bde., Gött. 1787—92), und Justus Tomasini (Westphal), „Spaziergang durch C. und