Capri, bei den Alten Capreä, eine der reileinen Inseln des Tyrrhenischen Meers, auf deren leinem Raume Naturschönheiten, Ruinen und ge⸗ + merkwürdige Punkte in reichem Maße abwechseln, liegt am Südeingange des Golfs von Neapel, dem Vorgebirge Punta della Campanella gegenübe Die Insel hat etwa 17 km Umfang, 7 km Länge, bis 585 m Höhe, 10 alm Flächeninhalt und gegen 4400 E. Der im engern Sinne C. genannte größere, aber ärmere Teil nimmt die Ostseite, Anacapri, der kleinere, aber fruchtbarere Teil die Westseite der Insel ein. Das Klima ist auch im Winter sehr mild und gesund. Das zwischen +. hohen Felsen in 120 m Höhe gelegene, mit Mauern, Thoren und Zugbrücken verwahrte Städtchen C. mit 1627 C., welches Sitz eines Bi⸗ * ist, bietet einen Anblick. Auf einem in Felsen gehauenen auf re von 536 Stufen gelangte man nach dem auf reich bebautem Plateau in 573˙m Höhe gelegenen Städtchen Anacapri mit 1655 E. und einem 1544 durch den Korsaren Haireddin Barbarossa zerstörten Kastell; seit 1876 führt eine bequeme, auch für Fuhrwerk Wrastcher Straße in 4095 chen Windungen und mit herrlichen Ausblicken auf das Meer nach Anacapri. Der Ort C., der einzige duhns un e der Insel, gewährte zur Zeit des Augustus und Tiberius einen feenartien Aufenthalt. Noch sieht man die Ruinen des zorums, der Thermen und besonders der 12 Villen, genannt die Camarelle, die Tiberius zu Ehren der 12 Halbgötter hier erbaute, und in denen er die 11 letzten Jahre seines Lebens in üppigkeit hinbrachte. Noch zeigt man den 425 mehohen steilen Fels, genannt il Salto, von welchem Tiberius seine 5. hinunterstürzen ließ. Jetzt wohnen hier arme Fi-Wer Schiffer und einige Handelsleute, in Angcapri inzer, Olivenpflanzer und ausgezeichnete Koral11938 6 die mit ihren Barken bis an die Küste Afritas gehen. Wo nur ein Baum zu wurzeln vermag, da haben die Bewohner einen 1 ange-Pflanzt. indem sie die nötige Erde zum Teil vom estlande herüberholten. Auf der Insel wächst ein östlicher weißer (Thränen des Tibexius) und roter Wein, der * von dem schwefligen Beigeschmack der neapolit. Weine ist; auch gedeiht hier weniges, aber berühmtes Ol, Feigen, Citronen und Orangen. Die Wachteln, die im Frühjahr und Herbst auf ihrem Zuge von und nach Afrika zu Hunderttausenden einfallen und in großen Netzen 01. werden, 40 — 70000, sind ein Hauptregal des (Wachtel-Bischofs. Von dem höchsten Punkte der Insel, dem 585m hohen Monte-Solaro, auf welchem das kleine, von den Engländern erhaute Forte di Bruto steht, umfaßt man mit einem Blicke die Meerbusen von Ga'ta, Neapel und Salerno und im Hinterrunde dieterrassenförmigaufsteigenden Bergreihen. n der Nordküste von C., kaum 2 km von dem Landungsplatze, befindet sich der Eingang zu der Blauen Grotte (s. d.). Augustus erwarb die Insel von den Neapolitanern durch Austausch von Ischig; die von ihm gebauten Paläste erweiterte Tiberius. Die Dane war im spätern Mittelalter Besitztum de enediktiner, dann der Amalfitaner, Rogers vor Sicilien und des Großadmirals Ptte II., Cli seo Arcuccid. König Jakobs sicil. Flotte entriß et 1286 den Anjous. Im Okt. 1808 überfielen die Franzosen unter Lamarque die Insel und zwanger die Engländer unter Hudson Lowe 17. Okt. zur Kapitulation. Vgl. über C. die Skizze von Gregorovius: „Caprio (in Bd. 1 seiner« Wanderjahre in Italiene, auch separat abgedruckt, Lpz. 1880, sowie in einer Ausgabe mit Bildern und Skizzen von Lindemann-Frommel, Lpz. 1868).