Caleium (chem. Zeichen oder Symbol Ca, Atomgewicht = 40), ein Erdalkalimetall, welches zuerst von Berzelius und Pontin in Form von Amalgam erhalten, 1808 von Davy im reinen Zustande abgeschieden wurde. Die Reindarstellung dieses Metalls ist äußerst schwierig, so sehr, daß selbst die wenigsten Chemiker dieses in seinen Verbindungen so verbreitete Metall jemals in Händen gehabt haben. Am wenigsten 599155 ausführbar ist die von Caron angegebene Methode. In einen zum Rotglühen erhitzten Tiegel trägt man ein Gemenge von 300 g wasserfreiem Chlorcalcium, 400 granulirtem, chemisch reinem Zink und 100 g zerschnittenem Natrium ein. Aus den Fugen des Deckels brechen bald Zinkflammen hervor, worauf die Temperatur während einer Viertelstunde so zu regulieren ist, daß sie möglichst nahe dem Siedepunkt des Zinks bleibt, ohne diesen aber zu erreichen, um einer nennenswerten Verflüchtigung des Zinks vorzubeugen. Nach dem Erkalten enthält der Tiegel einen Metallklumpen einer Legierung von Zink und 10 bis 15 Proz. Calcium. Diese wird in größern Stücken in einem aus Gaskohle angefertigten Tiegel der heftigsten Glut ausgesetzt, wobei das Zink sich verflüchtigt und das C. zu einer Masse zusammenschmilzt. Das C. ist nach Davy silberweiß, nach andern bronzefarbig, stark glänzend, läuft an feuchter Luft rasch an, sodaß es kaum noch metallisch erscheint; weich und hämmerbar, von 1,6 spez. Gewicht; hn bei Rotglut, 1 1 flüchtig, verdampft aber in reichlicher Menge im Zinkdampf; beim Eritzen an der Luft entzündet es sich, bildet aber keine lamme, sondern überzieht sich mit einer Kruste von Oxyd, durch welche die weitere Verbrennung sistiert wird. Es zersetzt schon kaltes Wasser und verwandelt sich unter Entwickelung von Wasserstoff in Kalkhydrat. Von Säuren wird das C. unter stürmischer Reaktion gelöst. In seinen Verbindungen wirkt das C. als zweiwertiges Element; von diesen sind als die Cal zu nennen: 1) Calciumoxyd Ca0O, Ätzkalk, entsteht beim Glühen von kohlensaurem Kalk (s. Kalh). 2) Calciumoxydhydrat Ca(OII)., Calciumhydroxyd, lungdem entsteht unter lebhafter Wärmeentwickelung beim Übergießen von gebranntem Kalk mit Wasser; je nach der Menge des angewandten Wassers erhalt man dabei staubförmiges Hydrat, Kalkbrei, Kalkmilch oder Kalkwasser (s. Kalk). Das gebundene Wasser des Kalkhydrats entweicht erst in starker Glühhitze. 3) Calciumsulfid Cas. aldslich Schwefelcalcium entsteht als in Wasser unlösliche Masse beim Glühen von schwefelsaurem Kalk mit Kohle, wird in lung d. Mengen als Nebenprodukt bei der Darstellung der Soda nach dem Verfahren von Leblane gewonnen. 4) Calciumhydrosulfid CalSH), Calciumsulfhydrat, wird in wässeriger Lösung erhalten durch Einleiten von Schwefelwasserstoff in altmilch. 5 Calciumpolysulfide; es existieren verschiedene Verbindungen von Calcium und Schwefel von der Zusammensetzung Man erhält dieselben, gemengt mit schwefelsaurem Kalk beim Glühen von Ätzkalk mit Schwefel oder zusammen mit unterschwefligsaurem Kalk beim Kochen von 4½½½ mit Schwefel. Diese Gemenge bilden die Kalkschwefelleber. Die Lösungen finden Verwendung in der Gerberei zum Enthaaren der Häute, auch in der Kosmetik, um unerwünschte 6) Calciumchlorid Ca Che, Lemen krystallistert Ca Cl 6H-. O, entsteht beim Lösen von Kalk oder kohlensaurem Kalk in Salzsäure, sowie als Nebenprodukt bei manchen technisch ausgeführten Operationen, so bei der Entwickelung von Kohlensäure, bei der Darstellung des Ammoniaks, des Chloroforms, im Ammoniak-Soda-Prozeß u. a. Wird erhalten beim Erkalten konzentrierter heißer Lösungen in Form großer prismatischer Krystalle, die in einem Minimum von Wasser löslich sind und an feuchter Luft zerfließen; bei gelindem Erwärmen schmelzen dieselben im Krystallwasser, geben dann bei höherer Temperatur ihr Wasser ab und lassen weißes, trockenes Chlorcalcium in gröbern Körnern (Anwendung in der Elementaranalyse) und in Pulver zurück. Beim Glühen schmilzt das Salz und liefert dann beim Erstarren weiße, durchscheinende Massen mit muscheligem Bruch von geschmolzenem Chlorcalcium. Letzteres findet wegen seiner großen Affinität zum Wasser in vielen chem. Operationen als Entwäsf erungsmittel Verwendung, so bei der Darstellung von wasserfreiem Alkohol, Ather u. s. w. 7) Eaten at s. Chlorkalk. ů IFlußspat (s. d.). 9 Calciumfluorid Ca E, bildet das Mineral 9) Calciumcarbonat Ca C03, kohlensaurer Kalk, entsteht als weißer, in Wasser unlöslicher Elosenh beim Zersetzen von Lösungen von Chlorcalcium mit kohlensaurem Natron, kommt in großen Massen in der Natur vor als Kalkspat, Arragonit, Marmor, Kalkstein, Kreide, Kalktuff, zusammen mit kohlensaurer Magnesia als Dolomit, mit Lehm als Mergel. nißt, sind unter K aufzusuchen. 10) Calciumsulfat Cas0., s wefelsaurer Kalk, krystallisiert Ca80, 2H. O, entsteht als in Wasser schwer lösliches Salz beim Zersetzen von Chlorcalcium mit Schwefelsäure oder schwefelsaurem Natron, kommt in der Natur vor als Gips (s. d.), wasserfrei Anhydrit. 11 Caleiumphosphat, phosphorsaurer Kalk. Die Phosphorsäure bildet mit dem Kalk drei verschiedene Salze. Der sog. dreibasisch-phosphorsaure Kalk Ca, (PO.) bildet einen Hauptbestandteil der Knochen und Zähne von Menschen und Tieren, kommt außerdem in den Mineralien Phosphorit, Apatit, Estremadurit (s. d.) in dem Guano vor. Der sog. weibasisch-phosphorsaure KalkCallPO, it die Calcaria phosphorica der Deutschen Pharmakopöe, wird als in Wasser unhemisch Niederschlag beim Fällen einer Lösung von chemisch reinem Chlorcalctum mit gewöhnlichem Der sog einbasisch oder saure phosphorsaure Kalk CalI. (PO,) 4½% wenn 1 Molekül dreibasisch-phosphorsaurer Kal mit 2 Molekülen Schwefelsäure vermischt wird, wobei sich zugleich schwefelsaurer Kalk bildet; das Gemenge der beiden Salze wird technisch als Superp hosphat (s. d.) bezeichnet und findet als wichtigstes Düngemittel, wegen der darin in löslicher Form enthaltenen Phosphorsäure, ausgedehnte Verwendung in der Landwirtschaft.