Caleiumsulfid, s. unter Calciuml(⸗Verbin-Calciumverbindungen, s. unter Calcium. Calculus (lat.), Stein, Rechenstein, Rechnung; error in calculo, Rechnungsfehler; pro caleulo, fur die (Richtigkeit der) Rechnung; C. Minervae, der weiße, frei Sage Minerva im Areopag für den Muttermörder Orestes einlegte, als gleichviele schwarze (verurteilende) und weiße Drauch waren. Auf diese Sage gründete sich der Brauch, bei Stimmengleichheit im Areopag den Angek agten 1e isprmder weil man annahm, daß Minerva ihre Stimme zu Gunsten des Angeklagten abgegeben habe. Caldani (Leopoldo Marc⸗ ntonio)/ „dterte Anatom, geb. zu Bologna 21. Nov. 1725, studierte in Bologna, wurde hier 1755 Professor der Medizin, hörte von 175860 Morgagnis Vorträge in Padua und kehrte 1760 nach Bologna zurück. Später ging er nach Venedig, von wo er als Professor der theoretischen Medizin nach Padua herufen ward. C. starb 24. Dez. 1813. Seinen Ruf im Auslande begründeten seine Untersuchungen über die Irritabilitäte (Bologna 1757), die ihm Hallers reundschaft erwarben. Ferner schrieb er Lehrücher über Pathologie (Padua 1772), Physiologie l (Padua 1773), Anatomie (Vened. 1787) und Semiotik (Padua 1808). C.s 4* aber sind die mit seinem Neffen Florian C. herausgegebenen „Icones anatomicae (4 Bde., Vened. 1801—14; neue Aufl. 1823) nebst einer Explicatio iconum anatomicarumy (5 Bde., Vened. 1802—14). Caldära (Antonio), ital. Komponist, Keb. 167⁸ u Venedig, war Schüler von Legrenzi. Er 1 sich früh durch Kantaten und Instrumentalstücke bekannt, besonders für Violoncell, welches er raißag lich spielte, wurde 1718 in Wien neben Fux kaiserl. Kapellmeister, in welcher Stellung er seine meisten und größten Werke komponierte. Im J. 1738 pensioniert, begab er sich nach Venedig zurück, wo er 28. Aug. 1763 starb. Außer einer großen Anzahl Opern, von denen »Partenope „ (1707), &Corio-Quixotep (1727) die bekanntern sind, schrieb'er eine Reihe von Oratorien zu Apostolo Werbe Texten, sowie Messen, Motetten und andere Werke der Kirchenmusik, desgleichen vier-bis fünfstimmige Madrigale, Kantaten und sonstige Werke weltlichen Charakters. Seine Fruchtbarkeit in allen lehr-Zweigen ist ebenso groß, wie die Kunst und Gelehrsamkeit, welche sich in seinen meisten Werken kundgibt. Deshalb gehört C. zu den klassischen Komponisten dieser Periode. Caldara (Polidoro), nach seiner Vaterstadt Polidoro da Caravaggio genannt, geb. um 1495, kam jung nach Rom und wurde als Handlanger bei den Maurerarbeiten im Vatikan beschäftigt, dessen malerische Vers Bald enn damals unter Rafaels Leitung erfolgte. Bald entwickelte sich in ihm ein bemerkenswertes künstlerisches Talent, und Rafael übergab ihn seinem Gefährten Maturino, einem Florentiner, zur weitern Ausbildung. Als dessen Gehülfe soll er an der Ausführung der kleinen, grau in grau gemalten Bilder in den Bogen des Vatikans teilgenommen haben, außerdem arbeiteten beide in San-Silvestro am Montecavallo. Nach Rafaels Tode schmückten beide Künstler, Polidoro und Maturino, gemeinschaftlich die Fagaden einer großen Anzahl röm. Paläste durch grau in grau ausgeführte Kompositionen, die dem antikröm. ten ähnlich gehalten waren. Von diesen Arbeiten ist indes wenig erhalten; man kennt die meisten derselben nur aus Kupferstichen. Die Eroberung Roms 1527 und die Hest, der Maturino erlag, machten dieser Beschäftigung ein Ende. Polidoro ging nach Neapel, später nach Messina und lieferte an beiden Orten zahlreiche Altarbilder. Sein Fall Christi unter dem Kreuze, im Museum zu Neapel, kennzeichnet die stark realistische Richtung des Künstlers. C. sowie Maturino sind die Hauptmeister in der Sgraffitotechnik, ur 80 in der ital. und deutschen Renaissancekunst zur agadendekoration mit Vorliebe benutzt wurde. C. wurde 1543 von einem Diener, der ihn berauben wollte, ermordet. OCaldarium (lat.), Badezimmer für warme Bäder; auch Gewächs-oder Treibhaus, armhaus. Caldas (lat. Calidae aquae), d. h. warme Quellen, ist der Name mehrerer T ermalquellen und Badeorte (Banos) in Spanien, ortugal und Südamerika. Die berühmtesten und besuchtesten sind: 1) In Catalonien: C. de Estrach oder Caldetas, 35 km im NO. von Barcelona, an der Küste und an der Bahn zwischen Matard und Arenys de mar mit Quellen von 40—41 C., mit 200 C. und ißt, sind unter K aufzusuchen. uteingerichteten Badeanstalten; C. de Mombuy, Villa von (1877) 3692 C., 26 Kkm nördlich von Barcelona, in schöner 7.m egend, der berühmteste Badeort Spaniens mit Oweselruelen von 67² C. und sehr guten Badeanstalten; C. de Bohi, in der Provinz Lerida, mit warmen Quellen von 30— 46C. 2) In Galicien: C. de Reyes oder galicisch C. de Reis, in der Provinz Pontevedra, 33 km südlich von Santiago am Umia, schöngebauter Hauptort des Bezirks C., eine Villa von (1877) 5878 E. mit vier 1218.feiner Thermen von 30—46 C.; C. de Cuntis, kleiner Ort, 8 km im O. vom vorigen, mit mehr als 20 Schwefelquellen, von denen die heißesten 54—60 C. haben; C. oder vielmehr Caldelas de Tuy, nahe der Stadt Tuy mit alkalisch-muriatischer Schwefelquelle von 46 — 49C. 3) In Altcastilien, und zwar in der Provinz Santander: C. de Besaya oder Buelna, im Thal der Besaya, mit einer warmen Quelle von 37,5 C. 4) In Portugal: C. da Rainha, Flecken mit (1878) 2689 E., 92 km im N. von Lissabon, unweit von Obidos, Portugals besuchtester Badeort mit Schwefelquellen von 33,5 C., die schon seit dem 15. Jahrh. in Gebrauch sind, mit guten Bade-Kranbr: E. d. und großem königl. Hospital für arme Kranke; C. da Taipas und C. de San-Miguel, zwei freundliche Badeorte im Distrikt Braga unweit Guimaräes, mit Schwefelquellen, bei ersterm von 29 C., und mit überresten röm. Bäder; C. de Tra aios, im Distrikt Villa-Real der Provinz razzos-Montes (35 C.); C. do Gerez, starkbesuchter Badeort im Distrikt Braga, am Fuß der Serra do Gerez, in einer Seitenschlucht des Cavadothals reizend gelegen, mit Schwefelthermen von 54 und 63 C.; C. do Vizela, ebenfalls im Distrikt Braga, im schönen Vizelathale, in welchem 55 warme Quellen von 32,.5—66“C. entspringen, die binnen 24 Stunden 327000 1 Wasser liefern. Sie enthalten Schwefel, Kiesel, Kochsalz, Kalk⸗ und Magnesiasalze; C. de Monchique in Algarve, ein wildromantisch in einer tiefen, orangenerfüllten Schlucht am Fuße der Picota in 62 m Höhe versteckter Ort mit einer Schwefelquelle von 31—34 C., über welcher ein großes Badehaus erbaut ist.