FeedCalixtus (Georg)
GeschichteBrockhaus 1882

Calixtus (Georg), Hauptvertreter einer mildern Richtung zur Zeit der starren luth. Orthodoxie im 17. Jahrh., geb. 14. Dez. 1586 zu Medelbyn im Herzogtum Schleswig, ieß eigentlich Callisten. C. studierte seit 1603 in Helmstedt erst Philosophie und Philologie, dann Theologie, unternahm 1609 eine vierjährige wissenschaftliche Reise durch Deutschland, Belgien, England und Frankreich und wurde 1614 Professor der Theologie zu Helmstedt. Hier wirkte er, 1636 zum Abt von Königslutter ernannt, bis an seinen Tod, 19. März 1656. Schon die Disputationen „De praecipuis religionis Christianae capitibus (Helmst. 1613) erregten bei den strengen Orthodoxen Anstoß, weil sie die Lehre von der Ubiquität (s. d.) nicht in voller Schärfe aussprachen; der Schrift De immortalitate animae et resurrectione mortuorumo wurde die Druckerlaubnis versagt, weil die Berufung auf den allgemeinen Glauben der Völker das Ansehen der christl. Offenbarung zu schmälern drohe, die Behauptung, daß die Lehre mißt, sind unter K aufzusuchen. von der Trinität aus dem Alten Testament nich klar erkannt werden könne, veranlaßte heftigen Wi derspruch. Aller übertriebenen Polemik abhold war C. nicht bloß geneigt, zwischen Lutheranern und Reformierten das Streitige als unwichtig zu betrachten gegenüber dem Gemeinsamen, er ielt sogar eine Einigung oder Annäherung aller christl. Kirchen auf Grund des Apostolikum für möglich und erstrebenswert. Für diese Lieblingsidee trat C. in einer Reihe von Schriften und als 15 wach mer am Religionsgespräch zu Thorn 1645 na drücklich ein. Man antwortete ihm mit dem Vorcalvinismusv oder des ynkretismus⸗ (. d.), d. h. der Religionsmengerei, welche das Ei entümli der verschiedenen Konfessionen einfa beseitige. Vgl. Schmid, „Geschichte der synkretistischen Streitigkeiten in der Zeit des Georg C. v Erlangen 1846); Gaß, 4«Georg C. und der Synkretismus v Bresl. 1846); Henke, C.s Briefwechsel⸗ (Halle 1833); 4Georg C. und seine Zeit o (2 Bde., Halle 1853—56). — Sein Sohn, Friedrich Ulrich C., geb. 8. März 1622, gest. als Abt zu Königslutter, Konsistorialrat und Professor der Theologie zu Helmstedt 13. Jan. 1701 ist durch Herausgabe mehrerer Schriften + Baters verdient. OCalla L., Sch angenkraut, Schlangenwurz, Pflanzengattung aus der Familie der roideen. Es ist nur eine einzige Art bekannt, die einen kriechenden Unrᷣ 9 besitzt, aus welchem gestielte Blätter und nackte Blütenschäfte mit einer weißen, den von Staubgefäßen un Stempeln 46 und gar bedeckten Kolben ums ließenden Spatha (Scheidenblatt) entspringen. Zur Reifezeit erscheint die Spatha zusammengeschrumpft und der Kolben mit roten Beeren bedeckt. Diese im nördl. Europa und Nordamerika ziemlich Gufige Art ist das gemeine Schlangenkraut, G. palustris L., welches auf sumpfigem Boden wächst, einen geringelten schlangenförmig gewundenen grünen Wurzelstock, herzförmige, zugespitzte, glänzend grüne Blätter und einen niedrigen Schaft mit weißer offener Scheide hat. Die Beeren sind giftig. Die Wurzel war 4* als Rad. Dracunculi palustris Fune — Die als 4 unter dem Namen C. aethiopica L. — g kultivierte Art gehört 14 0 Gattung C., ondern zur Gattung Richardia Kutj. (s. d.). gallao, einer der wichtigsten 4. — der Südsee sowie Haupthafen der südamerik. Republik Peru, über welchen zwei Drittel der Gesamteinfuhr des Landes geht, und Hauptstation fremder riegsschiffe, bildet mit seiner nächsten Umgegend eine eigene Litoralprovinz, Provincia constitucional del C., mit (1876) 34492 E. Die Stadt lie t am flachen, meist kiesigen Strande, 11 Em im von Lima, mit dem sie durch eine 1851 eröffnete Eisenbahn verbunden ist, nahe südlich der Müneiner 5 noßten und an der Bai von Callao, Westen ste S geschütztesten Baien an der mer der größten und am geschütztesten Bai 12 2, füdl. Br. und 595 27. westl. L. (von Ferro). teils aus einer farbigen Arbei tehen und in den Schenkwirtschaften u. s. w. für remde Matrosen ihr Hauptgewerbe finden. t zahlreichen Kaufleute des Ortes lten sich nur der Geschäfte wegen hier auf. Das Klima ist ursprünglich nicht allzu ungesund, da die Hitze durch Seewinde gemäßigt wird und die eratur meist wischen 14,5 und 20 liegt; doch Leies es an 110 lichen Einrichtungen für die Gesund tspflege, u eine Kanalisation ist erst geplant. Bemerkenswert —— der neuerbaute, großartige Hafendamm und as neue Zollhaus mit 31 kolossalen Magazinen, deren jedes 6—8 Schiffsladungen bergen kann, und das schwimmende Dock (seit 1863 auf 20 Jahre kon⸗ „zessioniert), welches Schiffe bis zu 7 m —9 „aufnehmen kann. Die prachtvolle Festung, obglei „ietzt in etwas verfallenem ustande, gewährt d enoch ein imposantes Ansehen. Südlich von ihr liegen am Strande die haltene ütteten Trümmer „und einige noch wohlerhaltene Gewölbe der alten Stadt C. welche bei dem Erdbeben vom 28. Okt. Guano geladen haben, mußten Ber immer nach C. ei der Einfuhr sind namentlich die chines. Arbeiter 16un . zu erö „nachdem der unerschrockene General Rodil einer — — als and auleh en Bela erung den hartnäckigsten tion an die Republik Peru über. Seit em spielte C., dessen Besitz für die siegende Partei von entscheidender Wichtigkeit ist, in den häufigen Emeuten des Landes fast immer eine bedeutende Rolle. Am 2. Mai 1866 wurde C. von einer span. Flotille unter Admiral Nufez beschossen, nachdem die Blockade von Valparaiso aufgegeben worden war; doch zog sich die span. Flotte stark beschädigt nach den R ilippinen zurück, womit der Krieg beendigt war. Als im Febr. 1879 Iumerer Chile einerseits und dem mit Bolivia verbündeten Peru andererseits der sog. Salpeterkrieg ausbrach, wurde C. abermals ein Hauptobjekt der feindlichen Operationen. Die Befestigungen waren verfallen, auch unu es an schwerem Geschütz und Munition, ein ast unbrauchbarer Monitor und zwei Holzkorvetten vermochten der im April erscheinenden chilen. Flotte wenig Widerstand entgegenzusetzen; das Widderschiff Huascar wurde gedockt und das ½½ Independencia sollte erst noch seine Kesse erhalen. Vorläufig unterblieb jedoch der Angriff und jt, sind unter R aufzusuchen. Anfang Mai waren die peruan. Panzerschiffe seebereit. Später baeles unweit des Maßes dessen Werke in Stand gesetzt, mit 6000 Mann und schwerem Geschütz besetzt waren, mehrere kleine Seegefechte statt, und am 10. April 1880 wurde C. durch ein starkes chilen. Geschwader blockiert. Am 22. April und 10. Mai bombardierte die Flotte C., doch blieben die Schiffe hierbei so weit von den Werken ab, daß der in der Stadt angerichtete materielle Schaden nur höchst unbedeutend war. Die Bevölkerung von C. war auf die Anzeige von dem bevorstehenden Bombardement nach Lima geflüchtet, kehrte jedoch nunmehr, durch den Mißerfolg der Be-Modade beruhigt, wieder in die Stadt zurück. Die lockade wurde bis 18. Jan. 1881, an welchem Tage C. durch das chilen. Heer unter General Baquedano unter dem Eindrucke der Niederlagen der Peruaner bei Chorillos und Miraflores besetzt wurde, aufrecht erhalten und erzeugte große Not unter der Bevölkerung; doch gelang es den energischen Maßregeln des namentlich mit Hilfe der in C. stehenden Truppen an die Spitze der Regierung geangten Präsidenten Pierolo, den Widerstand fort-Ehilener bis die Hauptstadt Lima gefallen und die Chilenen dadurch Herren des Landes geworden waren. (S. Chile und Peru.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 846Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Geschichte 6