Cassander (Georg), kath. Theolog des 16. Rrnoun bekannt durch seine Bemühungen um Beeitigung der Kirchenspaltung, geb. 1512 auf der Insel Cazdand bei Brügge, studierte in Löwen, ward dort 1532 Magister der freien Künste und darauf in Brügge Lehrer der Rhetorik und Dialektik. Theol. Studien wandte er sich erst zu, als er mit seinem Freunde Cornelius Wouters auf einer längern Reise die bedeutendsten prot. Theologen kennen lernte und darauf 1544 sich in Köln niederließ. C. hielt im Zurückgehen auf die Lehre der ältesten Kirche eine Wiedervereinigung der urche und prot. Kirche für möglich, sobald die kath. Kirche unter Beibehaltung der Hierarchie die ärgsten Mißbräuche abstelle. Diese Reform forderte er schon in der Responsio ad calumnias Bartholomaei Nerviiv. Auf den Wunsch Ferdinands I., der aus polit. Gründen eine Zurückführung der Protestanten zur kath. Kirche durch Einräumung des Laienkelchs und Abschaffung des Cölibats zu erkaufen geneigt war, legte C. in seiner KConsultatio de articulis religionis inter catholicos et protestantes controversiso seinen Vereinigungsplan dar, der jedoch in allen wichtigen Punkten bei der kath. Auffassung stehen bleibt. C. starb 3. Febr. 1566 zu Köln. Vgl. Calkoen, «Cassandri vitas (Amsterd. 1859).