Campagna di Roma heißt die ungesunde und mangelhaft bebaute Gegend in Italien, welche Teile des alten Etrurien, der Sabina und fast das ganze alte Latium umfaßt, sich von Ronciglione bis über die uund Nom Sümpfe nach Terracina hin erstreckt und Rom umschließt. Sie ist auf der Landseite von den Terrassenrändern und Bergzügen des röm. Subapennins, den Albaner⸗ und Sabiner-Bergen, hen Mee im Westen von den Wellen des Tyrrhenischen Meers bespült und im Innern eine hügelige Ebene, welche von den 2n durchschnitten wird, die in den Tiber und den Anio fallen. Der Boden ist fast durchgehends vulkanisch, alle Seen sind Krater ausgebrannter Vulkane. Einzelne Berge erheben sich inselartig aus diesem weiten Gefilde von schwermutsvoller Schönheit wie der Monte-Soracte, einst in vorhistor. Zeit eine Insel im Meer, und südwärts der onte-Circeo, das prachtvoll geformte Vorgebirge bei Terracina. In der Mitte liegt das Albaner ebirge mit den vulkanischen, längst erloschenen Kratern, welche jetzt die Seen von Nemi und Albano bilden, während sich alte Lavaströme noch bis in die Nähe Roms längs er Via Appia verfolgen lassen. Ein anderer, jetzt von einem See ausgefüllter Krater ist der von Bracciano, dessen natürlicher der 50 der Fluß Arrone ist. Die größte Länge der Campagna di Roma, von Civita-Vecchia bis Terracina gerechnet, Im udt 185 km, die größte Breite kaum 70 km. mu as unterscheidet man von diesem in solcher eite als Campagna di Roma begriffenen Gebiet noch das kleinere, der Umkreis (Circon 4 Roms a enannt wird. Der nicht hinreichende Abfluß der Wasseradern nach dem More⸗ dessen Viveau nicht tief genug erzeugt Stagnation und Wickelltu woraus sich die Malaria (s. d.) entwickelt und verheerende Fieber entstehen. Mit diesen Übeln vereinigt sich der Mangel wirtschaftlicher Kultur und des Anbaues, welcher allein jene fruchtbaren Gegenden aus nden Wüsteneien in gesunde Ackerfluren verwandeln würde. Seit 1870 hat man an der alten Abtei Tre Fontane hinter St. Paul bei Rom durch in Beang aun von Eucalyptus günstige Resultate in z auf Reinigung der Luft erzielt. Der Ackerbau liegt überall danieder, denn die Den aemm fehlen. Nur Fremde aus den umliegenden Provinzen kommen, die Acker in der Campagna zu bestellen und die Ernten zu besorgen. Scharenweise rafft sie das Fieber In Der größte Teil der Campagna ist Weideland. Herbste ziehen Hirten von den Apenninen mit ihren Herden hierher. Die eigentliche Viehzucht ist aber ganz mit Lanten ber Die Rinderhirten sind beritten und mit Lanzen bewaffnet, mit denen sie ihre Herde sehr geschickt zu lenken Wast en. Die Campagna, obwohl schon von Livius als ungesund bezeichnet, war nicht immer so wüst und menschenleer; viele Städte standen dort im Altertum, welche fast spurlos untergegangen sind, und noch lehren große Reste kaiserl. Villen im Stadt-Eianen oms il auch hier der Anbau groß und luhend gewesen ist. Die zahllosen Verwüstungen, welche die Campagna seit Alarich von Goten, Byzantinern, Longobarden, selbst von Sarazenen erlitten hat, nebst spätern Kriegen verschuldeten die Verödung dieser due Wapstes. uüberhaupt. Vergebens bemühten sich die Päpste schon im 8. Jahrh., die Campagna durch Anlage von ue esten Domus cultae) wieder zu bevölkern; sie setzten diese Bemühungen von Zeit zu Zeit fort. Sixtus V. versuchte die Wrn en 7 (s. d.) auszutrocknen und Pius VI. legte den von ihm benannten Kanal, die Linea Pia, an. Unter der franz. Herrschaft erwarb sich der damalige Gouverneur von Rom, General Miollis, durch Anpflanzen von Bäumen, Urbarmachen der Felder und Trockenlegen der Sümpfe große Verdienste. Seither sind zahllose Projekte dieser Art ½½5 worden, besonders nach dem Falle der päpstl. Regierung im J. 1870. Garibaldi widmete sich seit 1875, wo er eitweilig seinen itz in der Deputiertenkammer zu Rom eingenommen hatte, ausschließlich seiner . patriotischen dee: dem Wiederanbau der Campagna und der egulierung des Laufs des Tiber, welcher noch im Dez. 1870 Rom durch eine der furchtbarsten Über-Iarta denlg heimgesucht hatte. Vgl. Olivieri, „Jarta della Campagna di Romav (1802); Nicolai, easul annona di Romas (3 Bde., Rom 1803). Westphal, «Die röm. Campagna» (Berl. 1829); Nibby, «Analisi della carta dei dintorni di Roma (Rom 1837); Didier, La campagne de Nome (Par. 1842); Gell, KThe topography of Rome and its vicinityo (Lond. 1846); Gregorovius, «Lateinische Sommers (4. Aufl., R 1878); Giordand, „Cenni sulle condizione fisico-economiche di ampagne (frz.), Land (im Gegensatz zur Stadt); die Zeit des ununterbrochenen Letriebs eines Gewerbes, einer Fabrik u. dgl., z. B. eines Ofens in einer Eisenhütte.