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ErdkundeBrockhaus 1882

Animus, Seele, Gemüt, Wille, Vorsatz; im Rechtswesen die bestimmte rechtswidrige Absicht, so z. B. A. injuriandi, die Absicht zu beleidigen; A. nocendi, die Absicht zu schaden; A. occidendi, die Absicht zu töten. Auio oder Aniéne oder Teveröne (im Altertum Anlo, Anlen), ein 110 km langer linker Nebenfluß des Tiber in der ital. Provinz Rom, berühmt durch die Raturschönheiten und vielen überreste röm. Bauten in seinem Thale, das die Sommerfrische Roms bildet. Der A. entspringt 70 km östlich von Rom am Monte-Ceraso in den Simbriviner Bergen am Rande der marsischen Hochebene, fließt, nach kurzem südl. Laufe, durch ein Querthal von Trevi (Treba) bis Anticoli gegen NW. dur das reizende Längenthal von Subiaco und drängt sich darauf bei Vicovaro (Varia) durch ein anderes Querthal nach SW. Nachdem er die Licenza (Digentia) aufgenommen, tritt er bei Tivoli (Tibur) in die öde Campagna di Roma, welche er gegen W. 30 km weit durchschneidet bis zur Mündung, 4 km nördlich von Rom, da wo einst Antemnä stand. Cae der Gabelung beider Flüsse liegt der Monte-Sacro, der Heilige Pleh⸗ berühmt durch die Auswanderung der röm. Plebs. Im obern Länenthale liegt unweit Subiaco in schauerlicher elskluft die Heilige Höhler, in welcher der heil. Benedikt drei Jahre n dit Wer jetzt steht unter dem überhängenden Felsen ein Benediktinerkloster. Bei Vicovaro sieht man Reste eines antiken Aquädukts und anderer Bauwerke. In dem Seitenthale der Licenza sprudelt unter dem Monte-Gennaro (Mons Lucretilis) die klare Quelle dieses Flüßchens, die von Horaz gefeierte Fons Bandusiae, hervor, in deren Nähe man in bezaubernder Umgebung die Überreste der Villa dieses Dichters, des Sabinum, zeigt. Am Südende der Stadt Tivoli (s. Tibur), da wo auf einem Felsvorsprung die Ruine eines runden Tempels der Vesta oder der Tiburtinischen Sibylle sich befindet, stürzte früher der A. donnernd in eine schauerliche Felsschlucht, dann in einem neuen Sturz in die Grotte des Neptun. Da aber der Fluß mehrfach bei Hochwasser Teile seines Ufers fortriß und den Fels, auf welchem der Tempel steht, zu unterwühlen drohte, so ließ Leo XII. den Fluß durch einen 271 melangen Kanal unter dem Monte-Catillo ableiten, der 1835 vollendet wurde; deshalb liegt der 96 m hohe Fall jetzt etwas weiter von der Stadt. Die Neptunsgrotte ist seit 1835 fast ganz eingestürzt. niridie oder Jrideremie (grch.) ist das voll-Aemonühh ang der Regenbogenhaut des Auges, gewöhnlich angeboren, in seltenern Fällen durch eine Verletzung entstanden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 666Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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