Canarienvogel ist eine Singvogelart, welche zur naht Finke (Fringilla) in der Familie der Kegelschnäbler gehört und im System den Namen Canarischer Finke Fringilla s. Serinus s. Dryospiza Canaria) führt, da er von den Canarischen Inseln stammt. Jetzt ist er aber bei uns der gemeinste Stubenvogel, weil er fast das ganze Jahr indurch, mit Ausnahme der Mauserzeit, seinen Gesang hören läßt und 27 im Bauer gehalten wird. In seinem Vaterlande lebt er auf Feldern und in Gärten und soll dort noch angenehmer singen als der seit dem 16. Jahrh. in Europa, und zwar zuerst in Cadiz, dann in Süditalien eingeführte Vogel, von wo aus er sich weiter nordwärts verbreitete. Er frißt vornehmlich gern die Samen des Canarienglanzgrases. Im wilden Zustande ist das Männchen oben grünlichgelb, unten goldgelb, an den Schenkeln und Seiten schmutzigweiß und an den letztern mit braunen Längsflecken gezeichnet; die obern Flügel⸗ und Schwanzdeckfedern nebst Scheitel und Backen sind aschgrau. Das Weibchen ist schmutziger gefärbt und am Bürzel nur grünlichgelb. Durch die Kultur hat sich jedoch diese Färbung sehr verändert, und es gibt jetzt ganz citrongelbe, strohfarbene, weiße, isabellfarbene, aschgraue, braune, auch zweifarbige und andere Spielarten, von denen die 40 gelben und weißen, zumal wenn sie auch noch rote Augen haben, die schwächlichsten sind. In seinem Vaterlande legt er in ein künstliches Nest fünf bis sechs blaugrüne Eier, die das Paar abwechselnd bebrütet. Im Bauer drütet nur das Weibchen. Dieser Vogel verbastert sich auch leicht mit fast allen Finkenarten von seiner Größe, vorzüglich mit Bluthänflingen und Stieglitzen, wodurch mannigfache Mittelschläge (Bastarde) entstehen. Auf der Insel Elba ist er jetzt verwildert und verbleibt dort das ganze Jahr bn Im Bauer wird er am Rien gemttert. er Hauptsache nach mit Sommerrũ sen gefüttert, und dann und wann, vorzüglich zur Mauserzeit, wird etwas Canariensamen, Hafergrütze oder Hirse an besten in besondern Gefäßen) hinzugefügt. Hanfsamen nährt am stärksten und wirkt zugleich er itzend; er darf daher nur selten und in geringen uantitäten gereicht werden. Mit der Vermehrung des C. beschäfganz besonders in Andreasberg und den umltegen: tigen sich die Bauern im Harze und in Thüringen den Dörfern. Da gut singende +— oft besonders teuer .— werden, so hat man Acht darauf, die jungen Vögel nur einem bestimmten alten Männchen als Lehrlinge unterzugeben, welches sie nur allein hören dürfen. So erzogen, werden sie an Händler verkauft, durch welche sie weit verführt werden, namentlich nach Holland, England, der Türkei und nach Rußland, in welchem 50 Lande die Verschiffung nach Nordamerika ein Gbeudender der C. sich nicht fortpflanzt. In letzter Zeit ist au Handelszweig geworden. Vgl. Ruß, „Der C. Seine Naturgeschichte, Pflege und Zuchtz (Hannov. 1872; 3. Aufl. 1880). Cauarische Inseln — Islas Canarias), eine administrativ zu den Provinzen, nicht zu den Kolonien Spaniens gerechnete Gruppe von sieben größern (Siete Islas) und sechs kleinern Inseln welche auf 7624 akm eine Bevölkerung von (187⁷⁷ 280 388 CE. zählt und an der westl. Küste Afrikas in der subtropischen Zone, von 27. 49 bis 29, 2630% nördl. Br. und von 0 33“ westl. L. bis 4· 23östl. L. (von Ferro), 90—300 akm vom Festlande entfernt liegt. Die Inseln sind vulkanischen Ursprungs, sehr fruchtbar und Euten ein so herrliches, gesundes Klima, daß die Alten ihnen den Namen der Glücklichen Inselm (Insulae fortunatae) beilegten. Wahrscheinlich waren sie schon den Phöniziern gewiß den Karthagern bekannt, und Juba von Mauretanien sandte eine Expedition dorthin. Die ältesten Bewohner der Canarien waren die Guanchen (s. d.) ein Zweig des Berbernstammes, dessen Typus noch jetzt, nach Vermischung mit europ. Blute, unverkennbar, am reinsten in der Banda del Sur von Tenerifa und auf Gomera fortlebt. folge einer von Portugal ausgegangenen sehr glücklichen Fahrt dorthin ließ sich Luis de la Cerda, ein Urenkel Al fonsos X. von Castilien, 15. Nov. 1344 vom Papst Clemens VI. zu Avignon zum Königo der Canarischen Inseln krönen, ohne je sein Königtum einzunehmen. Auch Robert von Bracamonte, dem Heinrich III. von Castilien sie schenkte, gin nicht an die Besitznahme, sondern überließ seine Rechte seinem Vetter Johann von Bethencourt. Dieser eroberte 1402—5 Lanzarote, Fuerteventura, Gomera und Ferro und empfing diese Inseln von der Krone ½f5 zu Lehn. Er starb 142⁵ zu. mini Stammschlosse in der Normandie. Die Inseln Bethencourts kaufte Ferdinand der Katholische dem Dynasten Didaco Herrera für 15000 Dukaten ab. Die übrigen wurden hinzuerobert, Gran-Canaria 1478 83, Palma 1491—92, Tenerifa 1493—96, und —5 jetzt heißen die Canarien die Herrschaftlichen nseln und gehören 55 span. Eiwohner. Di sieben bewohnten nseln sind (mit Einwohnerzahl von 1877) folgende: 1) Tenerifa (s. d.), die größte, 2026 àEm mit 105052 E.; 2) Gran-Canaria, 1667 qEm mit 90030 E., die fruchtbarste, mit der Hauptstadt Las Palmas: 3) Palma (s. d.), 715 àEm mit 38 822 E., Hauptstadt Sta.⸗Cruz; 4) Gomera, 374 akm mit 11989 E., Hauptstadt San-Sebastian; 5) Hierro (portug. Ferro), 275 akm mit 5421 E., Haupistadt Valverde; 6) rteventura, 1717 qm mit 11590 E., Hauptstadt Puerto de Cabras; 7) Lanzarote, 806 AEm mit 17484 E., Hauptstadt Puerto del Arrecife. Die sechs kleinern Eilande (Islas menores oder Islotes): legranza, Graciosa, Montana Clare, Roque del Oeste, Roque rmißt, sind unter K aufzusuchen. del Este und Isleta de Lobos (Seewolfsinsel), werden, weil sie unbewohnt sind, auch als Desiertas oder Despobladas bezeichnet und haben zusammen eine Fläche von 44 qkm. aen ihres gemeinsamen vulkanischen Ursprungs eigen diese Inseln große Verschiedenheiten in ihrem ufbau. Die beiden, welche sich zu wahren Hochgebirgen erheben, ch in ihr (3716 m) und Palma 7 m), zeigen auch in i rem Bau große Ahnlicheit. Bei beiden ist ein gewaltiger Gebirgsdom verbunden mit einem langgestreckten Rücken. Ebenfalls die und zeigen die Inseln Gran-Canaria, Gomera und Hierro; bei den beiden ersten sind in die Hauptmasse tiefe Thäler eingesenkt, die sich an ihrem obern Ende cirkusartig erweitern sodaß bei Gran⸗