Canarien-Vogel, Serin de Canarie, Kömmt ursprünglich aus den Canarischen Jnseln her, ist vom Leibe etwan wie ein Stieglitz, gelb am Bauche, die Rück- und Flügel-Federn sind zwar auch gelb, doch mit etwas grau vermengt. Man hat auch weisse und buntfärbige, so Dollen oder Hauben auf dem Kopf haben, welche sehr rar sind. Er ist einer der schönsten Sang-Vögel, wenn er auch nur seinen wilden Gesang behält; will man ihn aber abrichten, so ist er fähig, alles was man ihm vorpfeifft, (oder auf einer kleinen Dreh-Orgel vorleyert) nach zusingen. z. E. Man pfeift ihrer zweyen leichte Trompeter-Stückgen vor, so Tertzweise geher, und stellet sie von einander, bis ieder sein Stückgen perfect kan, alsdenn bringet man sie wieder zusammen, so musiciret ieder sein Stückgen vor sich, und lautet doch lieblich, weil es Tertzweise gesetzt ist. Man hat der Canarien-Vögel in Deutschland ietzo so viel, daß man fast aller Orten Hecken davon findet. Jn der Hecke-Zeit sind den Canarien-Vögeln die Ameisen-Eyer die beste Speise, sonst giebt man ihnen auch Hanff-Körner und Kraut, Hüner-Darm (oder Salbe) genannt. Jhre Kranckheit bestehet mehrentheils darinnen, daß sie am Kopf Beulen bekommen, die man mit Butter, oder Hüner-Schmaltz, einige mal schmieren muß. Wenn nun das Geschwür zeitig ist, so druckt man es, und schmiert es so lange, bis es heil ist. Vor die Läuse giebt man ihnen Melonen-Kerne, und bespritzet sie wöchentlich 2 oder 3 mal mit Wein, und zwar bey gutem Sonnenschein, damit sie sich bald wieder mögen abtrocknen können. Die Männlein, die klein vom Leibe und lang vom Schweiff sind, sollen am schönsten singen lernen.