FeedCanariensekt
AllerleiBrockhaus 1882

Canariensekt (s. d.). Seit dem Ausbruch der Traubenkrankheit wurde aber der Weinbau vollständig verlassen und die Bewohner wandten sich der Cochenillezucht zu. Sie erzeugten in der neuesten Zeit sogar mehr als den jã rlichen Bedarf der ganzen Erde, und dies mit den nderungen der Färbemethoden verbunden verursachte ein solches Sinken der Preise daß man genötigt sein wird, diese Kultur gänzlich u verlassen. Es wurden Versuche mit Tabak, uckerrohr und Seidenbau gemacht und stellenweise auch der Weinbau wieder aufgenommen. Ein anderer Export ist der von Zwiebeln (24000 Ctr.) und Kartoffeln nach Westindien. Der Verkehr der Inseln untereinander wird im allgemeinen durch regelmäßige Fahrten (zwei⸗ bis achtmal monatlich) Kleinerer 0 u vermittelt. Gran-Canaria und Tenerifa sind durch zweimalige monatliche Postdampfer mit Cadiz verbunden und letzteres durch RIaln e Dampfer mit Liverpool (West-Atrican ail). Leider fehlt es den Inseln an Häfen, Arrecife ausgenommen. Der beste Hafen des ganzen Archipels, Garachico auf Tenerifa, wurde durch einen Lavastrom ausgefüllt und geln sind 0 unbrauchbar emacht. Die reichsten Inseln sind Gran-Canaria, Tenerifa und zum Teil Lanzarote; im ulgemeinen aber herrscht Armut, da große Majoate bestehen, die Felder meist von Pächtern bebaut ind schwere Steuern erhoben werden. Die Canaier sind im ganzen Muster der ** enheit, Treue, Mäßigkeit, Zuverlässigkeit, Arbeitsamkeit ind von unbegrenzter Gastfreundschaft, auch von datur sehr begabt. Kapellen und übnersnd ibt es viele, aber die früher zahlreichen Klöster sind Iulen. H. ür die höhern Stände bestehen gute chulen. Die span. Garnison der Insel ist an Zahl t, sind unter K aufzusuchen. be Ten es besteht jedoch eine Landmiliz. Sta.-Cruz de Tenerifa und Ciudad de las Palmas sind Festungen, erstere die Residenz des Generalkapitäns der Dusn beide die Sitze der Regierungen für die westl. und östl. Civilprovinz des Archipels. Litteratur. L. von Buch, Physik. Beschreibung der Canarischen Inseln » (Berl. 1825); Mac Gregor, Die Canarischen Inseln nach ihrem gegenwärtigen Zustandes (deutsch, Hannov. 1831); Barter Webb und Berthelot, «Histoire naturelle des Iles Canarieso (2 Bde., Par. 1836—44); C. Bolle, „Die Canarischen Inselno in der «Zeitschrift für allgemeine Erdkundes (Bd. 10—12, Berl. 1861— 62); K. von Fritsch, «Reisebilder von den Canarischen Inselno in Petermanns 4Geogr. Mitteilungeno (Ergänzungsheft 22, Gotha 1867); Berthelot, Antiquités canariennes (Par. 1879); Leclerg, „Voyage aux Ues fortunées, le Pic de Teénériffe et les Canariess (Par. 1880); Kerhallet, Madère, les Ues Savages et les U2es Canarieso (Par. 1881); La cuestion de Canariaso (Madr. 1881). OCanarium (zu ergänzen sacrum oder sacrificium) hieß ein Opfer der9i Hunde, welches in Rom ttis K am Feste der Robigalien (25. April) der Göttin Robigo dargebracht wurde, um den Kornbrand (robigo) abzuwenden. Oanarium IL., Pflanzengattung aus der Familie der Burseraceen. Man kennt ungefähr 50 Arten, von denen die meisten im tropischen Asien, vorzugsweise auf den nseln des Indischen Archipels und nur wenige in Afrika einheimisch vorkommen. Es sind hohe Bäume mit breiten, meist unpaariggefiederten, lederartigen Blättern und zwitterigen oder polygamischen Blüten, die aus einem krugförmigen dreispaltigen Kelch, 3—4 Blumenblättern, 8—10 Staubgefäßen und einem dreifächerigen Fruchtknoten bestehen. Die Frucht ist eine dreikantige oder ovale Steinfrucht. Sämtliche Arten enthalten reichlich harzige Stoffe; von einigen werden dieselben technisch verwendet, so kommt das Harz von C. rostratum Zipp. (Molukken), C. legitimum Mig. (Molukken), C. striatum Roæb. (Ostindien) als schwarzes Dammarharz Dammara nigra) in den Handel. Von C. bengalense Rocb. wird das Harz als Kopal unter dem Namen ostind. Kopal verwendet. Von einigen Arten werden auch die Früchte gegessen, so von C. silvestre Cartn., C. Pimela Kön., C. album Ransch.; die Früchte der letzten beiden Arten, die in China und Cochinchina einheimisch sind, werden unter dem Namen chines. Oliven, wie Oliven zubereitet, genossen. Cauary, beliebter Gesellschaftstanz des 16. Jahrhunderts, entstammt einem für einen Maskendall zur Zeit Heinrichs III. von Frankreich komponierten Divertissement, bei welchem die Tanzenden als Könige und Königinnen von Mauritanien oder auch als Wilde, mit vielfarbigem Federschmuck geiert, verkleidet waren. Nach Tabourot wurde der C olgendermaßen ausgeführt: Ein junger Mann wablie eine Dame und tanzte mit ihr nach den Kadenzen der zu diesem Tanz gehörenden usik bis ans Ende des Saales, wo er seine Tänzerin verließ und rückwärts tanzend an den Ausgangspunkt zurückkehrte, stets die Dame im Auge behaltend. Sodann näherte er sich ihr wieder, wobei er gewisse awi ausführte, worauf er abermals zurückwich. Die Tänzerin fuhrte hierauf ihrerseits dasselbe aus, indem sie gegen den Tänzer vor⸗ und zurücktanzte, was nun abwechselnd Conversations-Lexikon. 13. Aufl. III. von beiden so lange geschah, als die Musik dieses möglich machte.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 897Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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