FeedCanitz und Dallwitz
GeschichteBrockhaus 1882

Canitz und Dallwitz (Karl Ernst Wilh., Frei herr von), preuß. General 17. Nov. 1787 zu Kassel, studierte zu Marburg die Rechte, trat darauf zunächst in kurhessische während des Feldzugs von 1806 aber in preuß. Kriegs dienste. Er focht in den Kämpfen von 1807 in Schlesien und der Provinz Preußen und wurde 1812, als ein Teil des preuß. Heers zum Kampfe egen Rußland aufbrach, dem Generalstabe Vorks eigegeben. Nach Abschluß der Konvention von Tauroggen trat er in die russ. Armee und machte nter Tettenborn den Zug nach Berlin und Hamburg mit. Während des Waffenstillstandes im Sommer 1813 kehrte er in preuß. Dienste, und zwar wiederum als Generalstabsoffizier bei dem Armeekorps orks, zurück und stand nach dem Kriege bei dem Generalkommando in Breslau. C. wurde 1821 Adiutant des Prinzen Wilhelm und zugleich Lehrer an der Allgemeinen Kriegsschule in Berlin. Um diese Zeit schrieb er (anonym) ein noch jetzt wertvolles Buch: Machrichten und Betrachtungen über die Thaten und S icksale der Reitereiv (2 Bde., Berl. 1823—24). Als Preußen 1828 in dem russ.⸗ türk. Kriege die Vermittlerrolle übernahm, außerordentlicher Gesandter in Konstantinopel, n wo er 1829 zurückkehrte; 1830 zum +* des Generalstabes des Gardekorps sowie bald zum Kommandeur des 1. Husarenregiment und wurde zum Generalmajor 1837 wirtte er als preuß. Gesandter an den Höfen von Hannover und Braunschweig; 1842 übernahm die erdwpon ae in Wien. Nach dem Tode des nisters von Bu der auswärtigen Angelegenheiten ernannt. Er führte die äußere Politik Preußens in engstem Anschluß a auf die innere Politik durch seine 17. kirchliche leich den übrigen i 1849 vom Ministerium andenburg nach Wien gesendet, um die Zustimmung Osterreichs zu (dem von Preußen projektierten engern Bundesstaate zu erwirken; doch kehrte er bald unverrichteter Sache nach Berlin zurück und übernahm den Befehl über die in Frankfurt a. O. stehende Division. Dort starb C. 25. April 1850. Er gilt für den Verfasser der „Betrachtungen eines Laien über das Leben Jesu von Strauß⸗ (Gött. 1837). gnacci, Historienmaler des 17. Jahrh., einer der Schuler e achfolger des Guido Reni, dessen Schüler er war, geb. 1601 zu San-Arcanglo bei Rimini, nach andern zu Casteldurante. Seine nicht sehr — vorkommenden Gemälde zeichnen sich durch eine 7 sorgfältige Durchführung aus, sind meist gewählt in der Komposition und in malerischem Clairobscur ehalten. Er verließ Italien, ging nach Deutschland und siedelte sich endlich in Wien an, wo ihn der kaiserl. Hof beschäftigte. Infolge dessen besitzt Wien eine größere Babers. von Bildern des Künstlers: in der kaiserl. Galerie findet sich von ihm eine büßende Magdalena, der Tod der Kleopatra, ein heil. Hieronymus; in der mbraser Sammlung die Toilette der enus u. s. w. Anderes befindet sich in Florenz, München, Dresden und in Frankreich. ö

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 909Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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