FeedCannaceen. Ihre im tropischen Amerika
PflanzenreichBrockhaus 1882

Cannaceen. Ihre im tropischen Amerika, besonders auf den Antillen heimischen Arten sind stattliche Stauden mit einfachen, von großen, zweizeilig angeordneten Blättern scheidig umschlossenen, aus knotigen, kriechenden Wurzelstöcken nit langen Hinz bis mannshohen Stengeln, welche mit angen Blütenrispen endigen. Die unsymmetrisch geformten Blüten stehen meist paarweise beisammen und besitzen eine H½ äußere Hülle, eine fast rachenförmige, in * is drei obere Zipfel und einen untern Zipfe (Lippe genannt) zerteilte innere Hülle, einen blumenblattartigen Staubfaden mit angewachsenem Staubbeutel und einen lan ettförmigen Griffel. Aus dem unterständigen Fruchtknoten entwickelt sich eine krautstachelige, dreifächerige Kapsel. Die Blumen sind groß, rot und gelb gefärbt, was die Blumenrohrarten im Verein mit ihren namentlich ekorationspflanzen macht. Da sie auch bei uns den Sommer . im Freien ausdauern, so verwendet man sie allgemein zu Gruppen oder Bosketts in Gärten. Die am längsten bekannte (schon seit 1570 in Europa eingeführte) und am häufigsten kultivierte Art ist C. indica Ait., mit roter innerer Blütenhülle. Ihren Wurzelstock wendet man in Amerika bei Hautkrankheiten und als schweißtreibendes Mittel an. Die Canna-Arten verlangen bei uns zu ihrem Gedeihen eine sehr nahrhafte, Erde dapate, dabei lockere, mit Sand vermengte Erde und viel Wasser, da sie Sumpfgewächse sind. C. indica kann man im Keller überwintern. Ende Mai werden die Pflanzen ins freie ißt, sind unter K aufzusuchen. Land versetzt, am besten auf Beete, unter welche man Laub oder alten Pferdedünger gebracht hat, und vor Eintritt des Frostes wieder herausgenommen. Man vermehrt sie durch Zerteilung der Stöcke. Die knolligen +. der meisten Canna-Arten enthalten sehr viel Stärkemehl und werden deshalb vielfach zur Stärkegewinnung verwendet; hauptsächlich werden hierzu benutzt die Knollen der im tropischen Amerika einheimischen, aber auch in andern Tropengegenden, z. B. in Australien häufig kultivierten C. edulis Ker.; das daraus gewonnene Stärkemehl führt den Namen Arrowroot von Queensland oder Fecule de Toloman. Außerdem werden noch zur Stärkebereitung benutzt die Knollen von C. paniculata R. et P. (Peru), C. Achiras Gill. (Chile), C. coccinea Ait. (Westindien) u. a.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 909Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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