Caraccioli (Caracciolo), eine berühmte neaolit. Familie, die ihren Ursprung aus Griechenland ableitet und gegenwärtig noch in drei Linien und verschiedenen Zweigen blüht. Gianni C. mißt, sind unter K aufzusuchen. wurde 1415 Geheimschreiber der Königin Johanna II. von Neapel und erhielt durch deren Gunst die Würde eines Connetable und Großseneschalls sowie den Titel eines Grafen von Avellino und Herrn zu Capua. Sein unbegrenzter Ehrgeiz und seine Anmaßungen veranlaßten 1432 seinen gewaltsamen Tod. — Marino C., geb. 1468, wohnte als Nuntius Papst Leos X. 1520 in Aachen der Krönung Karls V. bei, in dessen Dienst er trat, worauf er den Ausgleich zwischen ihm und Francesco II. Sforza, Herzog von Mailand, zu Stande brachte. Nachdem ihm schon 1524 Karl V. das Bistum Catanea verschafft hatte, erhielt er durch Paul III. 1535 den Kardinalshut und, nach Francescos Tode, durch den Kaiser die Statthalterschaft in dem Reichslehn Mailand, wo er 28. Jan. 1538 starb. — Domenico C., geb. 1715, war gegen die Mitte des 18. Jahrh. neapolit. Gesandter in London und Paris. Hier galt er für einen der feinsten Köpfe und eine Zierde der ariser Gesellschaft. Seiner wird 5 in allen Memoiren aus jener Zeit gedacht. Als Vizekönig von Sicilien tard er zu Palermo 1789. — Louis Antoine de C., wahrscheinlich ein unechter Sprößling der Familie, eb. 1721 zu Mons, fand in Italien bei Benedict IV. und Clemens XIII. gewogene Aufnahme, wendete sich dann nach Deutschland und Polen und endlich nach Frankreich. Die von ihm herausgegebenen Lettres intéressantes du pape Clement XIV (4 Bde., Par. 1777) ½ Echtes mit Unechtem. Er starb zu Paris 29. Mai 1803. (Vgl. Reumont, 4Ganganelli. Seine Briefe und seine Zeit v, Berl. 1847.) — Francesco C., verdienstvoller neapolit. Admiral, trat früh in die Marine, diente in England und benahm sich 1793 bei Toulon, als Befehlshaber der neapolit. Schiffe, mit großer Unerschrockenheit und Umsicht. Ein erwürfnis mit dem auf Nelsons Flotte nach Paermo geflüchteten neapolit. Hofe veranlaßte ihn 1798, sich der Parthenopeischen Republik anzuschließen, in deren Dienste er einen Landungsverluch der sicil. brit. Flotte abschlug. Als Kardinal Ruffo 1799 Neapel einnahm, wurde C. wegen baum einer zum Tode verurteilt und an den Mastaum seiner Fregatte gehangen. — Die drei Linien der C. werden jetzt Im durch die Fürsten von Avellino und von Torella, die Herzöge von San-Teodoro und Fürsten von Forli repräsentiert. OCara oognatio (lat., eliebe Verwandts chafto) Petri Stuhlfest (22. Febr.), an welchem Feste sich eine 15 lang die heidnische Sitte erhalten hatte, Speisen auf die Gräber der Verstorbenen zu tragen und zu opfern.