FeedAcciajoli oder Acciajuoli
ReligionBrockhaus 1882

Acciajoli oder Acciajuoli, alte, der Tradition zufo aus Brescia stammende florentin. Familie. — Angelo A., Dominikaner und Bischof, est. 1357, spielte 1343 eine Rolle bei dem Auf-Kae gegen die Gewaltherrschaft des Herzogs von then, den er anfangs begünstigt hatte. — Niecolo A., geb. 12. Sept. 1310, kam zur Zeit König Roberts von Anjou als Kaufmann nach Neapel und gewann durch die Gunst der Schwägerin des Königs, Katharina von Valois, Titularkaiserin von Konstantinopel, und durch Talent und treue Dienste unter Robert, namentlich aber unter dessen Enkelin Johanna I. großen Einfluß. Er wurde 1348 Großseneschall des Reichs, erwarb in Apulien und Griechenland ansehnliche Herrschaften, baute in der Nähe von Florenz die großartige Certosa und starb 8. Nov. 1365. Seine nächsten Angehörigen hielten sich in Griechenland unter manchen Stürmen als Herzoge von Athen, Theben und Korinth bis zur türk. Eroberung, welche 1463 dem Franco A. Herzogtum und Leben kostete. — Die in Florenz gebliebene Linie war reich an tüchtigen Männern. — Donato A., geb. 1428, gesd 28. Aug. 1478, ein verdienter Staatsmann und geschätzter Schriftsteller; man hat von ihm Caroli Magni vitas (in Menckens (Seriptores rerum Germanicarumo, Bd. 1), eine lat. übersetzung mehrerer Biographien des Plutarch (1470) und einen oft gedruckten Kommentar über die Ethik des Aristoteles. — Sein Sohn, Roberto A., stand in erster Linie unter den mediceischen Parteigän-Pru zur Zeit des Ubergangs von der Republik zum Principat. —Zanobi A., Dominikaner, geb. in Florenz 25. Mai 1461, gest. 27. Juli 1519 in Rom, war in der lat. und griech. Sprache sehr bewandert und wurde von Leo X. 1518 zum Bibliothekar des Vatikans ernannt. — Vincenzo A., geb. im Anfange des 16. Jahrh., gest. 1572, ein Geschichtsforscher und Gelehrter, von dessen Werken jedoch nur die Vita di Giannozzo Manettis (Flor. 1570) und Wita di Piero di Gino Capponio (herausg. von Aiazzi im Archivio storico italiano, Bd. 4, 1853) auf uns gekommen sind. — Filippo A., geb. — Rom 1637, Malteserritter, bereiste alle vier Welt teile dichtete einige Operntexte, zu denen er selbst die Musi komponierte, und starb 1700 in Rom. Er ist der eigentliche Erfinder des jetzigen Maschinenwesens beim Theater. — Mit Aussterben bedroht, wurde die Familie um die Mitte des 18. Jahrh. durch einen Sprößling einer nach Funchal auf Madeira verpflanzten Linie noch erhalten, bis sie 1834 erlosch 1. Linhn ihr Reichtum längst verschleudert war. Vgl. itta, KDie Familie A.v (in den «Famiglie celebri italiane); M. Palmieri, «Vita Niccolo A.o (bei Muratori, Rerum Italicarum Seriptoreso); Tanfani, Niccolo A.v (Flor. 1863). Aceidens bezeichnet eine zufällige, nicht wesentliche + ac eines Dinges; accidentiell ist soviel als zufällig, im ud in zum Philosophi Wesentlichen. Daher wird A. in der P ilosophie der Substanz entgegengesetzt, und bezeichnet die durch den Prozeß des Geschehens sich e eugenden Eigenschaften und Bestimmungen, Wliche nicht zum bleibenden Wesen einer Substanz gehören, und ihr deshalb auch Oune oder sich verändern können, ohne daß die Substanz (das Ding an sich) aufhöre zu sein, was sie ist.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 92Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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