FeedCarna
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Carna war eine der zahlreichen röm. Gottheiten, welche den einzelnen Momenten, Stufen und Verhältnissen des Lebens vorstanden. Der Bedeutung des Wortes entsprechend (nach röm. Ableitung von cor, d. h. Herz und Eingeweide, nach richtiger von caro, d. h. Fleisch) sollte sie den Leib kräftigen. Sie hatte auf dem Cälischen Hügel in Rom ein Heiligtum, das ihr der Sage nach, welche dabei an cor im Sinne von Herz und Mut dachte, von Brutus errichtet worden war, und am 1. zuni pflegte man ihr zu Ehren die alten Hauptspeisen: gepökeltes Schweinefleis ch und Bohnenbrei, zu opfern und zu speisen. Infolge einer erwechselung und Vermischung mit der Göttin Cardea wird sie in Ovids Fasten auch als Göttin der Thürangeln geschildert und von ihr erzählt, sie habe einst den nachmaligen sagenhaften König von Alba longa, Procas, als Kind vor den Strigen oder Hexen zu schützen gewußt, welche den kleinen Kindern das Blut aussaugen sollten, wobei sie eben die abergläubischen Mittel anwandte, die im Gebrauche waren; ein Ferkelopfer und einen Erdbeerbaumzweig, mit dem man Pfosten und Schwelle berührte, und einen Weißdornzweig, den man ins Fenster legte.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 5Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 4

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Sagen & Mythen 6