FeedCarual frz.)
AllerleiBrockhaus 1882

Carual frz.), Gemetzel, Blutbad. Carnall (Rud. von), preuß. Berghauptmann, eb. 9. hmn 1804 zu Glatz, besuchte das dortige ymnasium, erlernte dann in den neuroder und waldenburger Revieren die praktischen bergmännischen Arbeiten, studierte 1823—24 in Berlin und wurde hierauf bei dem Bergamte zu Tarnowitz und später als Obereinfahrer bei der Friedrichsgrube in Oberschlesien beschäftigt. In diese Zeit fallen seine ersten schriftstellerischen Arbeiten; «über Sprünge im Steinkohlengebirgey und „Geognost. Beschreibung des waldenburger Steinkohlenbeckenso. Zum Bergmeister ernannt, erstreckte sich seine Wirksamkeit dehes in d auf Hebung und Ausdehnung des Betriebes in den metallurgischen Distrikten Oberschlesiens, wo namentlich der Galmei-Bergbau wesentliche Fortschritte ihm zu verdanken hat. Auch hielt er Vorträge an der Ber schule zu Tarnowitz und gab das Vergmännische aschenbuch für Oberschlesieno (1843—47) heraus. Er wurde 1845 Oberbergrat in Bonn, 1854 Geh. Oberbergrat und vortragender Rat bei der Bergwerksabteilung im Handelsministerium zu Berlin. Sein Aufenthalt in Berlin (1847—55) war wesentlie den Reformen in der höhern Verwaltung und achwissenschaftlichen Buch, v. u gewidmet. V. Verbindung mit L. von Buch, H. und G. Rose, Beyrich u. a. gründete er 1848 die Deutsche Geologische Gesellschaft, und seiner Thätigkeit entstammt die Grundlage der Berawer bergrechtlichen Stellung der deutschen ergwerksindustrie und der mit ihr usammenhängenden Knappschaftsordnungen. lußerdem trug C. 1849—55 an der berliner Universität über Bergbaukunde vor und begründete 1853 die (Zeitschrift für das Berg⸗, Hütten⸗ und Salinenwesen im preuß. Staatev. Im. J. 1855 zum Ber hauptmann und Direktor des Oberbergamts zu Breslau ernannt, veröffentlichte er 1857 eine vortreffliche geognost. rmißt, sind unter K aufzusuchen. Karte von Oberschlesien. C. trat 1861 aus dem Staatsdienst und starb 17. Nov. 1874 zu Breslau. Nach ihm hat H. Rose das Carnallit (s. d.) benannt. CEarnallit, ein nach dem Berghauptmann von Carnall benanntes Mineral, welches in der obersten Region des staßfurter Steinsalzlagers, der Carnallitregion, ferner zu Kalucz in Galizien, zu Maman in Persien und anderwärts sich als grobkörnig-krystallinisches Aggregat findet, im reinen Zustande ungefärbt und wasserklar ist, muscheligen Bruch zeigt und spezifisches Gewicht von 1,61s hat. Meist ist es jedoch durch mikroskopische Schuppen von Eisenglimmer rot gefärbt. Seine Individuen gehören dem rhombischen System an. Es besteht aus 27 Proz. Chlorkalium, 34 Proz. Chlormagnesium und 39 Proz. Wasser (KCI + MgCl? + Gag); häufig wird etwas Kalium durch Natrium ersetzt. Der C. ist für die Gewinnung der Kalisalze ein überaus wichtiger Körper geworden. An der Luft zerfließt er; in Wasser ist er leicht löslich, beim Betropfen damit zerlegt er sich in Chlorkalium, welches krystallinisch sich ausscheidet, und in aufgelöst bleibendes Chlormagnesium. Aus dem Chlorkalium stellt man schwefelsaures Kali, kohlensaures Kali (Pottasche) und andere für die Industrie und Agrikultur bedeutungsvolle Kaliverbindungen dar.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 5Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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