FeedCarnivören
TierreichBrockhaus 1882

Carnivören (Carnirörae, d. h. Fleischfresser) oder Ferae (d. h. wilde Tiere) diejenige Ordnung der Säugetiere, welche die eigentlichen Raubtiere umdan und durch den Zahnbau ausgezeichnet ist, inem bei diesen Tieren im Ober-und Unterkiefer sechs schneidende Vorderzähne sich befinden, der Eckzahn beiderseits stark hervorragt und ——. zwei oder mehrern Lückenzähnen ein sehr großer Zahn sich findet, der fast immer ein Reißzahn, d. h. zus ammengedrückt, mehr spitzig, inwendig mit einem stumpfen Höcker verfehen und beim Beißen in der Art thätig ist, daß er an dem entgegenstehenden Reißzahne vorüberleitet und dadurch wie ein Scherenblatt wirkt. inter diesem Reiß⸗ oder Fleischzahne finden sich ein bis drei mehr stumpfhöckerige Kauzähne. Die Zehen der C. enden in gekrümmte, krafwolle Krallen, welche als Angriffs⸗ und Verteidigungswaffe oder zum Festhalten der Beute dienen. ie Lebensweise der C. ist sehr verschieden; die einen sind mutig, heftig, oft sehr grausam, rachsüchtig oder listig, die andern h00˙ angsam oder tückisch; jene jagen auf der Erde, diese klettern auf Bäumen: manche überfallen ihre Beute im Sprunge viele hedst sie im Laufe; jene halten sich in Rudeln oder elbst in großen Scharen zusammen, andere wieder leben einam, Wonogamch⸗ Sie werden nach der Zahl und Bildung der Thenaanch v und nach dem Gange (Sohlen⸗ oder Zehengang) in Gruppen und Familien eingeteilt; die Zehengänger (Oigitigrada) begreifen die Katzen, die Hyänen und Hunde; die Halb-Sohlengänger (Semi-digitigrada) die Viverren (Stinktiere) und Marder: die Sohlengänger (Plantigrada) die Dachse und Bären.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 7Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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