FeedCarotten
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Carotten nennt man Tabak in Stangen, welche gewöhnlich die Gestalt zweier mit den Grundflächen zusammengesetzter abgestutzter Kegel (gleich Cigarren in kolossalem Maßstabe) haben und etwa 30 — 50 em lang sind. Sie werden aus getrockneten, sortierten und ausgerippten Tabaksblättern, welche die erforderliche Beize erhalten haben und zuvor in sog. Puppen verwandelt worden sind, mittels eines besondern Werkzeugs, das man den Carottenzug nennt, angefertigt und mit Bindfaden fest und dicht umwickelt (fiselliert), um sie in dieser Form bequemer auf der Rapiermühle rapieren oder zerreiben zu können. Die Darstellung der C. ist nur eine Vorbereitung zur Fabrikation des rapierten Schnupftabaks und bezweckt durch festes Zusammenpressen die präparierten Blätter vor dem Luftzutritt zu bewahren, um sie so jahrelang lagern lassen zu können. Während dieses langen Lagerns findet eine Nachgärung statt, die die Qualität des Tabaks bedeutend verbessert. Zu jeder C. verwendet man 155 bis 2,25 kg saucierte Blätter. In England macht man auch C. in der Form eines langen und schmalen Kegels, der den Pastinakwurzeln ähnlich ist. Um die kostspielige Carottierung der Blätter zu umgehen, stellt man in neuerer Zeit zuweilen nur gepreßten Tabak dar; zu dem Ende Lat man die saucierten Blätter in Kisten, deren Fugen mit Leinwand belegt sind, preßt sie darin mit Hilfe einer tPresse zusammen und läßt sie dann ruhig liegen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 12Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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