FeedChincha-Inseln
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Chincha-Inseln, drei durch ihren Reichtum an Guano (s. d.) berühmte Inseln an der Südseeküste der südamerik. Republik Peru, vor der Piscobai, gegenüber dem reichen Thale von Chincha: Isla del Norte, Isla del Medio und Isla del Sur genannt, welche zusammen nur eine Fläche von 1620 ha besitzen. Ihre höchsten Teile erheben sich 60 m. Ladeplätze für Schiffe finden sich an diesen Inseln wegen der vielen sie umgebenden Klippen nur an einigen Stellen. Die Eilande sind felsig, aus verwittertem Gneis bestehend, dürr, ohne Spur von Vegetation, ohne Wasser und erscheinen durch die zahllosen Höhlen, Löcher und Bogen sowie durch die Menge Pinguins und anderer Seevögel, die sich auf ihnen fortwährend aufhalten, außerordentlich wild. Der Wert des Guanos war schon den alten Peruanern bekannt, und die Inkas erließen bereits vor Jahrhunderten ein Gesetz zum Schutze jener Vögel, um eine Erschöpfung des Vorrats zu hindern. Aber erst seit einigen Jahrzehnten begann die Ausfuhr dieses kostbaren Düngers ins Ausland, indem zuerst 1840 ein peruan. Handelshaus eine Sendung davon nach England machte. Der ute Erfolg des Geschäfts veranlaßte hierauf die egierung Perus, den Export zu ihrem Monopol zu erklären. Im J. 1857 wurden bereits 490657 t ausgeführt, zu deren Versendung 620 Schiffe dienten. Bis Ende 1867 betrug die Gesamtausfuhr des Guano 7175 194 t im Werte von 218 693 62⁵ Doll., sodaß der Wert dieses Exports den aller übrigen Ausfuhrartikel Perus zusammengenommen bei weitem überstieg. Über die Quantität des auf den Inseln noch vorrätigen Guanos wurden schon 1860 Untersuchungen angestellt, welche ein Ausreichen auf viele Jahre in Aussicht stellten. Doch hat sich dieses Ergebnis als falsch erwiesen und die Inseln waren schon 1874 fast aschhaft und haben damit ihre Wichtigkeit verloren. Man hat sich daher nach andern Guanolagern umgesehen und solche an mehrern Punkten der peruan. und bolivian. Küste, wie auf den Lobos⸗, Macabi⸗ und Guanape-Inseln aufgefunden. Infolge von Streitigkeiten mit der peruan. Regierung wegen an baskischen Einwanderern verübter Gewaltthätigkeiten besetzte 14. April 1864 ein span. Geschwader unter Contreadmiral Pinzon die Inseln mit der Erklärung, dieselben so lange als Pfand behalten zu wollen, bis die Peruaner der von Spanien an sie gerichteten Forderung um Genugthuung nachgeben würden. och wurde die Angelegenheit durch Vertrag im J. 1865 ausgeglichen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 296Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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