FeedCarotte (frz.) Möhre
PflanzenreichBrockhaus 1882

Carotte (frz.) Möhre, Gemüsepflanze aus der Familie der Umbelliferen (Doldengewächse), die ihrer fleischigen, saftigen Wurzeln wegen schon seit Karls d. Gr. Zeiten in den Gärten angebaut wird. Ob sie aus dem bei uns auf Wiesen wildwachsenden Daucus carota oder aus Daucus maritimus entstanden, ist noch zweifelhaft, doch scheinen Vilmorins Anbauversuche auf unsere Wiesenpflanze als die Stammmutter der C. Küdinen en. Als C. bezeichnet man die Form mit kleinen, zartfleischigen, als Möhren die mit großen, weniger zarten Wurzeln, wie sie in manchen Gegenden zur Viehfütterung benutzt werden. Der Form nach unterscheidet man spitze und stumpfe C. Bei jenen geht die Wurzel von dem dicken Kopfteile aus ganz allmählich in eine lange Spitze über, wie bei der Frankfurter, der Altringham-, der Braunschweiger C., bei diesen ist die mehr oder weniger cylindrische Wurzel am untern Ende abgestumpft und diesem ein langes, fadenförmiges Würzelchen angesetzt, wie bei der Duwicker, der Boitzenburger, der Hornschen C. Die emeine Möhre, eine spitze Form, hat rotgelbes, die ankfurter dunkelrotes, die Hornsche orangerotes, die Saalfelder gelblich⸗-weißes Fleisch. Aber wichtiger als die Farbe ist die gleichmäßig zarte Beschassenheit des Fleisches. Sorten, deren Wurzeln einen härtern Kern besitzen, werden wenig geschätzt. Die C. bedarf zu ihrem hhenter eines 10 im Herbst tief gegrabenen, nahrhaften, kalkhaltigen, schwachbindigen Bodens, der schon im Vorjahr gedüngt worden ist. Man säet den Samen, der behufs gleichmäßiger Verteilung durch Reiben zwischen den Händen von seinen hakigen Borsten befreit werden muß, mit Sand vermischt in Reihen und verzieht dann die zu dicht aufgegangenen Pflanzen nach und nach bis auf einen Abstand von 8— 10cm. Da die Samen, um den Aufgang zu befördern, nach der Saat festgetreten werden müssen, so nennt man die C. in manchen Gegenden Deutschlands Tappwurzeln, sonst aber auch Gelbwurzeln oder gelbe Rüben. Samen tragen die Pflanzen der im frostsichern Keller zu überwinternden Wurzeln erst im zweiten Jahre.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 12Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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