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PflanzenreichBrockhaus 1882

Coca, Benennung der Blätter eines in Peru wachsenden Baumes, des Erythroxylon Coca Lamb., welche von den dortigen Eingeborenen ähnlich wie der Betel gekaut werden, teils um einen angenehmen Geschmack und einen wohlriechenden Atem zu haben, teils um sich zu stärken. Der Genuß der Cocablätter soll nämlich das Da unhatenso aufregen, daß der nem 2 7.π bei anhaltender Arbeit keiner weitern Nahrung bedarf. Ebendeshalb ist aber das Cocakauen für die Lunge nachteilig, und dasselbe bringt schließlich eine allgemeine Erschlaffung des Nerven⸗ und Muskelsystems hervor. Wer sich aber einmal an den Genuß der C. Dasbone hat, kann denselben nicht mehr entbehren. deshalb ist der Cocabaum in Peru zu einer wichtigen Kulturpflanze geworden, welche in den Anden jenes Landes in großem Maßstabe gebaut wird. Er hat schuppige Zweige, eiförmige, netzaderige Blätter und gestielte, zu zwei bis drei an den Seiten der Zweige beisammenstehende Blüten. Seine Blätter, für sich allein gekaut, schmecken fade, erhalten aber durch einen kleinen Zusatz von Citronensaft einen angenehm süßen Geschmack. Die Peruaner führen die C. und den Citronensaft stets bei sich. In Südamerika werden die Blätter gegen Asthma, Verdauungsschwäche und Hypochondrie angewendet. In den europ. Arzneischatz ist die C. noch nicht aufgenommen worden; dagegen hat sich neuerdings der Charlatanismus und die Spekulation 315 dieser Pflanze bemächtigt und die Blätter zu Geheimmitteln gegen Nervenleiden und andere Schwächezustände benutzt. In den Blättern findet sich ein krystallisierbarer Körper, das Cocain, welches jedenfalls das wirkende Princip derselben ist. — Coca wird in Paraguay auch der Baum genannt, welcher den Paraguaythee (s. d.) liefert. (S. Erythroxylon.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 471Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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