Carrier (Jean Baptiste), berüchtigtes Mitglied Grafschaft Tipperary (s. d.). des franz. Nationalkonvents, geb. 1756 in dem Dorfe Nolai bei Aurillac in Ober-Auvergne, war Prokurator, als die Revolution ausbrach; 1792 zum Deputirten gewählt, trug er 1793 zur Errichtung des Revolutionstribunals und zur Ausführung der grausamsten Maßregeln bei. Nach der Verurteilung Ludwigs XVI. verlangte er die Verhaftung des Le Giro von Orléans und beförderte den Sturz der Girondisten am 31. Mai. Demnächst wurde er mit einer Mission gegen die Gemäßigten in der Normandie beauftragt und im Okt. 1793 nach Nantes geschickt, wo er für seinen Blutdurst in den durch die Niederlage der Vendeer bei Savenay angefüllten Gefängnissen zahlreiche Opfer hurri⸗ Er schlug vor, die Gefangenen in Masse hinrichten zu lassen, und drang, von andern Wütenden unterstützt, damit durch. Am 15. Nov. ließ er 94 Priester in eine Barke bringen und des Nachts mittels Klappen, die am Boden des Fahrzeugs angebracht waren, ertränken. Nach einigen Tagen hatten 58 andere Priester dasselbe Schicksal. Bald folgten mehrere derartige Hinrichtungen, die von der Marat-Kompagnie vollzogen und mit cynischem Spott Noyaden, Baignaden oder vertikale L. ur Ber genannt wurden. Schließlich wurde C. zur Verantwortung vor dem Konvent berufen. Doch gelang es ihm, sich zu rechtfertigen, und erst die Reaktion nach dem 9. Thermidor brachte ihn unter die Guillotine (16. Dez. 1794).