FeedCärularius (Michael)
ReligionBrockhaus 1882

Cärularius (Michael), Patriarch von Konstantinopel 1043—59, ist dadurch bekannt, daß unter ihm die längst vorbereitete Spaltung der griech. und röm. Kirche sich vollzog. Er beseitigte den in manchen Kirchen der Bulgarei seit alters aen an den lat. Ritus und machte in einem Schreiben an den Bischof von Trani in Apulien vom J. 1053 den Römern neben den alten Anklagen des Fastens am Sabbat, des Essens von Ersticktem und der Auslassung des Halleluja während der Fasten, vor allem den Vorwurf, daß sie beim Abendmahl ungesäuertes Brot gebrauchten. at us dessen sandte Papst Leo IX. eine Gesandtschaft nach Konstantinopel, bestehend aus dem Kardinal Humbert, dem Erzbischof Petrus von Amalfi und dem Archidiakon Friedrich, welche die röm. Abweichungen zu rechtfertigen * und C. zur Verantwortung zog, teils weil er widerrechtlich Bischof geworden war, teils weil er sich den Titel kökumenischer Patriarcho beigelegt hatte. Als C. nicht nachgab, legten die Gesandten 16. Juli 1054 auf den Altar der Sophienkirche eine Bannbulle nieder, welche den Patriarchen und die Einrichtungen seiner Kirche mit den ärgsten Ketzernamen belegte. Damit war der Bruch vollzogen. C. hielt sich in seiner Würde durch kaiserl. Gunst, bis der Kaiser Isaak Komnenus ihn 1059 in die Verbannung schickte, wo er bald darauf starb. OCarum I., Pflanzengattung, s. Kümmel.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 26Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 3

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Religion 6