FeedCasamance oder Casamanza
ErdkundeBrockhaus 1882

Casamance oder Casamanza, ein Fluß Westafrikas in Senegambien, entspringt in Tumane an den westl. Vorbergen von Futa-Djalon und mündet nach einem dem Gambia ziemlich parallelen Laufe von 355 km Länge unter 12 35 nördl. Br., 90 Km südlich vom Gambia, in den Atlantischen Ocean. Ausgedehnte Sandbänke lassen nur eine 1200 m breite Einfahrt für Schiffe bis zu 4m Tiefgang; aber innerhalb dieser Barre findet man weit aufwärts 10—15 m Tiefe, und bis nach Sedhiu, 225 kKm von der Mündung, hinauf können aih von 2m Tiefgang gelangen; die Flut macht sich bis 75 km aufwärts bemerkbar. on NO. fließt ihm der Songrogu zu. Der Unterlauf zeigt ein unentwirrbares Netz von Wasserzügen, überall von Manglesumpf und Sandbänken begleitet und die Luft verpestend. Die Mundung bestzen seit dem 24. März 1837 an der Mündung des C. links die befestigte Faktorei Carabane auf der Insel gleiches Namens, und die Insel Guimbeéring sowie die Gebiete Souna und Kerakounda; und am rechten Ufer an der Mündung die Insel Diogue, und stromauf hat sich ihre Macht über die Reiche Budhié, Pakao und Jassi ausgedehnt; dort liegt in der Landschaft Budhié die befestigte Faktorei Sedhiu (12 36 nördl. Br., 18 westl. L. von Paris), die zugleich Residenz eines Kommandanten und Hauptort des wsolge pon Kreises ist; außerdem haben sich aber infolge von militärischen Expeditionen seit 1851 die meisten Uferlandschaften der C. der franz. Oberherrschaft unterworfen. Den Portugiesen ist das Dorf Zeguichor geblieben, das neben Carabane und Sed iu die meisten Handelsgeschäfte treibt. Die Engländer aben ihre ehemaligen Faktoreien verlassen; ihr incoln, an der Mündung, nennen die Neger Elinkine. Der Handel ist durch die stark zunehmende Ausfuhr von Erdnüssen aus den Gegenden am Oberlaufe (Arachis hypogaea), deren Ol als Surrogat für Olivenöl in Europa Verwendung findet, von Bedeutung und setzt nebst Reis, Häuten, Wachs, Palmöl, Baumwolle u. s. w. in den franz. Faktoreien etwa 2 Mill. Frs. um. Am CL leben vier Hauptnegerstämme: die Felups, die Bagnuns, die Balanten und (im Osten) die Mandingos. Alle sind ohne jede Spur von Civilisation, jedes Dorf ist eine selbständige Republik. Herren des Landes waren einst die einen Stamm der Bagnuns bildenden Cassas oder Cassangues; die Residenz von deren äuptling oder Mansa, das große Dorf Brikam, aben die Balanten 1836 zerstört. Als 1456 Ca-darosto hierherkam, wurde nach ihm der Fluß Caza-Manza genannt, d. h. Mansa (Häuptling) der Caza.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 30Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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