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ErdkundeBrockhaus 1882

Caserta, Hauptstadt der Provinz C. oder Terra di Lavoro (5974,8 km mit (1881] 714 487 E.) in Süditalien, an der Stelle des bis 1752 hier gelegenen Dorfes della Torre, ist Knotenpunkt der Bahnlinien Rom-Neapel und Neapel-Foggia, Sitz eines Bischofs (Suffragan des Erzbischofs von Capua) wie früher eines Fürstentums, welches seinen Namen von dem alten Schlosse Casa erta (steiles Haus) hatte, und zählt (1881) 17354, mit dem 8 km im Nordosten gelegenen Caserta vecchia (im Gegensatz zu welchem sie C. nuova genannt Sie u. und ihrem übrigen Gemeindebezirk 31196 E. Sie ist besonders berühmt wegen des königl. Schlosses, einem der größten und schönsten in Europa. Dasselbe bildet mit seinen vier Höfen ein ungeheueres Viereck von 250 m Länge, 181 m Breite und 38 m Höhe, mit 240 Fenstern, an welchem alle Marmorarten verschwenderisch angebracht sind, und das mit einer Kuppel und Pavillons an den Seiten geziert ist. Ein herrlicher Portikus von 64 Marmorsäulen durchschneidet das Gebäude in einer Länge von 164,7 m. Das Ganze umgeben engl. Gartenanlagen mit künstlichen Kaskaden und Springbrunnen. Der mal mißt 1052 und 870 m. Eine im ganzen Rinnsale 41,5 km lange Wasserleitung vom Monte-Taburno vers lbe die Gärten und Wasserkünste mit Wasser. Dieselbe ist durch das Thal Maddaloni auf einer kühn erbauten Brücke geführt, die 526 m lang, 58 m hoch über dem Thale hinläuft und aus drei Reihen übereinandergewölbter Bogen (Ponti della Valle genannt) 1 von denen die höchste Reihe 43 Bogen zählt. Auch geht sie durch den Berg Garzanod in einer Länge von 975 m. Begonnen wurde dieser Palast nebst der Wasserleitung 1752 unter Karl III. durch Vanvitelli. Letzterm wurde 1879 ein Marmorstandbild von Onochrio Buccini errichtet. Merkwürdig ist die im Norden der Stadt gelegene Kolonie San-Leucio mit einer beträchtlichen königl. Seidenspinnerei und Weberei, verbunden mit Leinen⸗ und Tapetenwebereien.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 40Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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