FeedCastello-Branco (Camillo)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Castello-Branco (Camillo), portug. Schriftsteller, geb. zu Lissabon 10. März 1826, lebt zurückgezogen auf einem Landgute in der Provinz Ninho, mit Dichtwerken und litterarhistor. Studien beschäftigt; über Gil Vicente, Sa de Miranda, Camöens, Soropita und Don Francisco Manoel de Mello hat er auf Grund handschriftlicher Dokumente interessante Studien veröffentlicht. Was der überaus fruchtbare Dichter an Poesien, Schauspielen und besonders an Romanen herausgegeben hat, ist Gemeingut aller Gebildeten in Portugal. Er ist der gelesenste und bekannteste unter allen modernen Romanschriftstellern Portugals; 2• als 100 Bände haben ihn populär gemacht. Den Sittenroman hat er für sein Land eigentlich erst geschaffen: dabei ahmt er niemand nach. Die Menschen, die Natur, die Lebensgewohnheiten, Feste, Spiele und Intriguen, welche er shildert, alles ist durch und durch portugiesisch, und das macht den Wert seiner Werke aus, die, vom künstlerischen Standpunkt aus betrachtet, oft viel zu wünschen übriglassen. Vielgelesene Romane sind: «Onde estä a felicidade?d (Porto 1858), Mysterios de Lisboa o (1858), Scenas contemporaneaso, I sangusn, Aventuras d'um boticario d'aldeao, A engeitada (1866), Queda d'um anjop (1866), 0 marquez de Torres Novasvo, No bom Jesus do montes, & bruxa do monte „Amor de perdiçäon. Seine Dramen haben keinen großen Erfolg gehabt. Die besten sind: Espinhos e Floreso (1857), Abengoadas lagrimaso und 0 morgado de Fafed. Von seinen Gedichten haben den größten Wert die Um Livros betitelten (1858).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 53Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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